
Belletristik
Der Name unter der Stadt
Mit KI erzeugtHeute Abend läuft zum ersten Mal nicht Mila voran – sondern Vulpes. Der kleine Funkenfuchs führt sie hinaus über die Glanzwiesen und tiefer in den glimmernden Wald, als sie je gewesen sind, zu einem Ort, an dem selbst die alten Hirsche nur noch warten und staunen. Was Mila dort findet, hat sie die ganze Staffel über schon in der Hand gehalten.
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Titelsong
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Kapitel
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Der Abend legte sich weich über die Stadt, und in Milas Zimmer brannte nur eine kleine Lampe. Draußen wurden die Dächer dunkelblau, und ein paar Fenster leuchteten warm wie kleine Kerzen. Mila saß auf ihrem Fensterbrett, die Knie an die Brust gezogen, und auf ihren Knien lag ihr Album.
Mila war ein fröhliches Mädchen von etwa sieben Jahren. Ihr langes, leicht welliges Haar war blond und fiel ihr weich über die Schultern. In ihren großen haselnussbraunen Augen spiegelte sich das Lampenlicht, und über ihre Wangen zogen sich ein paar Sommersprossen. Sie trug noch ihre gemütliche Kapuzenjacke in Beerenrot, obwohl der Tag längst vorbei war. Neben ihr, ganz nah an ihrem Ellbogen, hatte sich Vulpes zusammengerollt.
Vulpes war ein kleiner Funkenfuchs mit rostrotem Fell. Seine Schweifspitze glühte sanft golden, wie ein winziges Nachtlicht, das niemand ausschalten musste. Er blinzelte verschlafen, aber wach genug, um jede Seite mitzublättern.
„Schau nur, Vulpes", flüsterte Mila. „Es sind so viele geworden."
Sie strich mit dem Finger über die Seiten. Da war das Siegel von Bubo, der weisen Eule, deren Federn im Mondlicht wie feines Silber schimmerten. Da war das Zeichen von Corvus, dem klugen Raben, der so gern Rätsel in dunkle Reime packte. Und da leuchtete das Siegel von Draconel, dem kleinen Drachen, der Funken nieste statt Feuer. Seite um Seite, Zeichen um Zeichen. Eine ganze Reise lag da vor ihr, gesammelt in einem einzigen Buch.
Mila lächelte. „Weißt du noch, wie wir angefangen haben?", sagte sie leise. „Da war die erste Seite noch ganz leer."
Vulpes gähnte und legte den Kopf schief. Seine Ohren zuckten, als wollte er sagen: Natürlich weiß ich das noch. Ich war doch dabei.
Dann tat Mila etwas, das sie noch nie getan hatte. Sie begann, die Silben zu zählen. Jedes Siegel hatte ihr eine kleine Silbe geschenkt, hatte sie einmal gehört, und sie hatte sie fein säuberlich am Rand notiert. Sie tippte sie nun der Reihe nach an und sprach sie ganz leise vor sich hin, wie man Perlen auf eine Schnur fädelt.
Und plötzlich hielt sie inne.
„Vulpes", sagte sie langsam. „Das sind ja … deine Silben."
Sie sah ihn an. Sie sah wieder ins Album. Sie sah noch einmal ihn an.
Die ganze Zeit hatte sie geglaubt, sie sammle Zeichen von all den Tieren. Von Eulen und Raben und Drachen. Doch jetzt, als sie die Silben nebeneinanderlegte, ergaben sie etwas anderes. Sie ergaben einen Namen. Einen langen, leuchtenden Namen. Und dieser Name gehörte nicht der Eule und nicht dem Raben. Er gehörte dem kleinen Fuchs an ihrer Seite.
Milas Herz machte einen leisen, staunenden Sprung. [exhales]
„Das ist dein wahrer Name", hauchte sie. „Ich habe die ganze Zeit deinen Namen gesammelt, ohne es zu merken."
Sie las die Silben noch einmal, von vorn bis hinten. Und da bemerkte sie etwas, das ihr fast den Atem nahm. Am Ende des Namens war eine kleine Lücke. Ein leerer Platz, wo noch etwas fehlte. Genau eine einzige Silbe. Die allerletzte.
„Es fehlt noch ein Stück", [whispers] flüsterte Mila. „Nur ein einziges kleines Stück, und dann ist dein Name ganz."
In diesem Augenblick geschah etwas Wunderbares. Vulpes' Schweifspitze glühte auf, heller als je zuvor. Nicht grell, nicht laut, sondern warm und golden, so als hätte jemand tief in ihm eine winzige Tür geöffnet. Das Licht malte weiche Kreise an die Zimmerdecke.
Mila legte die Hand an die Fensterscheibe. Draußen wartete die Nacht, still und samtig, und irgendwo weit hinter den Dächern lag der dunkle Rand der Wiesen.
Vulpes richtete sich auf. Er sah zur Tür. Dann sah er Mila an, und in seinen Augen lag etwas Neues, etwas, das sagte: Komm. Heute gehe ich voran.
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