
Belletristik
Die Silben der Sternendächer
Mit KI erzeugtAuf den Dächern der Flüstergassen entdeckt Mila, dass in ihrem Album neben jedem Siegel ein Name steht, dem Silben fehlen — wie Wörter, aus denen jemand das Wichtigste herausgeschnitten hat. Zwischen frechen Spatzen, würdevollen Raben und einem Wesen, das wie ein Stück Nachthimmel leuchtet, stellt sich bald eine ganz andere Frage: Was ist eigentlich das mächtigste Wort, das sie besitzt?
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Titelsong
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Kapitel
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Der Abend legte sich sanft über die Stadt, als Mila den ersten Sprossen der schmalen Feuerleiter erreichte. Die Leiter war eng und ein bisschen wackelig, und sie roch nach altem Regen und warmem Metall. Mila kletterte mutig hinauf, Sprosse um Sprosse, und ihre festen Wanderschuhe fanden jeden Halt.
Mila war ein fröhliches Mädchen von etwa sieben Jahren. Ihr langes, leicht welliges blondes Haar wippte bei jeder Bewegung, und in ihren großen haselnussbraunen Augen tanzte die Neugier. Auf ihren Wangen saßen ein paar Sommersprossen, und ihre beerenrote Kapuzenjacke leuchtete warm im Abendlicht. In der Hand hielt sie ihr Handy aufrecht wie einen Schwertgriff. Aus der Glaskante wuchs eine schimmernde Lichtklinge, die ihr den Weg wies.
Unter ihr sprang Vulpes, der kleine Funkenfuchs, mit einem einzigen Satz auf das Ziegeldach. Sein rostrotes Fell glänzte, und seine golden glühende Schweifspitze leuchtete in der Dämmerung wie ein winziges Licht. Er drehte sich um, spitzte die Ohren und schien Mila zuzurufen: Beeil dich, hier oben ist es wunderbar.
Als Letzter stieg Liorin über die Kante. Er war bedächtig und genau, ganz in Tiefindigo und Silber gekleidet. Sein Umhang sah aus wie ein Stück Nachthimmel, überall mit winzigen Silberpunkten besät. Unter dem Arm trug er ein dickes Verzeichnis-Buch, und hinter seinem Ohr steckte eine silberne Feder.
Oben angekommen, hielt Mila den Atem an. [exhales] Die Dächer der Flüstergassen breiteten sich vor ihr aus, schräg und uneben, mit Schornsteinen und Dachrinnen so weit sie sehen konnte. Über allem lag die dünne Glimmer-Schicht wie feiner Sternenstaub, und ein sanftes Wegglimmen zeichnete einen leuchtenden Pfad über die Ziegel.
In diesem Licht zog Mila ihr Album hervor. Sie blätterte, und dann stutzte sie. Neben jedem Siegel stand ein Name. Doch etwas stimmte nicht mit den Namen. Ihnen fehlten Buchstaben. Es waren nur Bruchstücke, wie Wörter, aus denen jemand einzelne Silben herausgeschnitten hatte.
[whispers] "Liorin", flüsterte sie, "warum sind die Namen kaputt?"
Liorin trat näher, und über sein Gesicht ging ein Strahlen wie bei einem Kind, das einen seltenen Schatz entdeckt. "Kaputt?" Er lachte leise. "Oh nein, Mila. Sie sind nicht kaputt. Sie sind erst halb gelesen."
Er klappte sein dickes Verzeichnis-Buch auf, und die Seiten raschelten wie trockenes Laub. "Sieh nur, wie schön das ist", sagte er, und seine Stimme war voller Freude. "Jeder Name wächst. Silbe für Silbe. Wenn du dich mit einem Wesen misst, in einem freundlichen Kräftemessen, dann wird eine neue Silbe lesbar. Eine mehr. Und noch eine, beim nächsten Mal."
Mila fuhr mit dem Finger über eines der Bruchstücke. "Und wenn ein Name ganz dasteht?"
"Dann", sagte Liorin und beugte sich vor, als verrate er ein Geheimnis, "dann, und erst dann, bietet dir das Wesen ein Bündnis an. Von ganzem Herzen. Weil ihr euch bis zum letzten Buchstaben kennengelernt habt."
"Und wie spricht man den ganzen Namen dann aus?" fragte Mila.
Liorin lächelte still. "Den vollen wahren Namen spricht man nicht aus. Niemand tut das."
"Warum nicht?"
Er zuckte sanft mit den Schultern, und die Silberpunkte auf seinem Umhang blinkten. "Das sagt man nicht. Es ist schöner, es einfach zu wissen." [sighs] Dann tippte er mit seiner silbernen Feder auf die Seite. "Ich sammle sie alle, weißt du. Jeden halben Namen. Jede neue Silbe. Es gibt nichts Aufregenderes."
Vulpes tänzelte ungeduldig zwischen zwei Schornsteinen hin und her, und seine Schweifspitze malte kleine Lichtbögen in die Luft. Mila klappte ihr Album zu und drückte es fest an sich. Ein Kribbeln lief ihr über den Rücken, halb Aufregung, halb Vorfreude.
Irgendwo weiter oben, dort, wo der höchste Schornstein in den Himmel ragte, hallte ein tiefer, dunkler Ruf über die Dächer. Er klang wie ein Wort, das noch niemand kannte. Mila hob den Kopf und ging ihm entgegen.
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