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Cover: Die Quelle der sieben Stimmen

Belletristik

Die Quelle der sieben Stimmen

Mit KI erzeugt
FantasyKinderAb 6 Jahrenca. 33 Min.

Als Milas Funkenkompass eines Morgens plötzlich sanft in eine Richtung zieht, folgt sie ihm durch die goldenen Flüstergassen ihrer Heimatstadt – und entdeckt, dass alte Orte voller verborgener Klänge stecken. An einem uralten Marktbrunnen steigen leuchtende Stimmen ins Licht, doch eine davon fehlt, und der freundliche Uhu Bubo stellt Mila ein Rätsel, das sie mit Suchen allein nicht lösen kann.

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Titelsong

Kapitel 1 von 2 · gesamt 0:00 / 4:45

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Tempo
Schlummer

Kapitel

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Zum Mitlesen: Der ziehende Kompass

Als Mila am Morgen die Augen aufschlug, wusste sie sofort, dass etwas anders war. Draußen war es noch früh, und ein sanftes, goldenes Licht lag auf ihrem Fensterbrett, so weich wie warme Milch. Doch das war es nicht. Es war ihr Klingenstein, der auf dem Nachttisch lag und leise summte. Ganz zart. Wie ein kleines, geheimes Lied.

Mila setzte sich auf und rieb sich die Augen. Ihr langes, leicht welliges blondes Haar war ganz zerzaust vom Schlafen, und über ihre Wangen mit den kleinen Sommersprossen huschte ein Lächeln. Ihre großen, haselnussbraunen Augen wurden immer wacher, je länger sie hinsah. Denn ihr Handy, aus dessen Glaskante seit der Nacht der ersten Klinge eine schimmernde Lichtklinge gewachsen war, tat nun etwas ganz Neues.

Es zog.

Vorsichtig nahm Mila es in die Hand. Und tatsächlich: Es zog sanft zur Seite, immer in dieselbe Richtung, hin zur Tür. Nicht ruckartig, nicht heftig. Es war eher wie ein leises Ziehen an einem unsichtbaren Faden, der irgendwo weit draußen befestigt war und ganz geduldig an ihr zupfte. Komm, schien er zu flüstern. Komm mit.

„Ein Funkenkompass", sagte Mila leise, und das Wort fühlte sich richtig an, kaum dass sie es ausgesprochen hatte. Doch dieser Kompass zeigte nicht einfach auf ein Ziel, so wie eine Nadel auf Norden zeigt. Nein, er zog. Er wollte, dass sie ihm folgte. Mit den eigenen Füßen.

In diesem Augenblick wirbelte etwas Rotes durch das Zimmer. Es war Vulpes, ihr kleiner Fuchs mit dem rostroten Fell, und er hüpfte so aufgeregt um ihr Bett herum, dass seine Pfoten kaum den Boden berührten. Seine Schweifspitze glühte golden, funkelte und sprühte kleine Lichtpunkte in die Morgenluft. Er sah Mila an, legte den Kopf schief und grinste sein freches Fuchsgrinsen, als wollte er sagen: Na, worauf wartest du noch?

„Ich weiß, ich weiß", [laughs softly] „Ich hab's ja auch gemerkt."

Sie hielt den Klingenstein still in beiden Händen und spürte etwas tief in sich. Es war ein Wissen, das nicht aus Worten kam, sondern aus dem warmen Kribbeln in ihren Fingern. Der Funke, dieses kleine Licht in ihr, würde nicht wachsen, wenn sie hier im Bett sitzen blieb. Er würde nicht wachsen, wenn sie nur ins Handy schaute. Er wuchs allein durch echtes Gehen. Durch Schritte auf richtigem Boden. Durch das Losgehen selbst.

Also stand Mila auf. Sie zog ihre Jeans an und schlüpfte in ihre festen Wanderschuhe, die schon viele Wege kannten. Dann griff sie nach ihrer gemütlichen Kapuzenjacke in Beerenrot und streifte sie über. Sofort fühlte sie sich bereit. Warm, mutig und ein bisschen aufgeregt, so wie an einem Tag, an dem man weiß, dass gleich etwas Wunderbares beginnt.

Vulpes flitzte schon zur Tür und drehte sich wartend nach ihr um.

„Ganz leise", [whispers] „Wir wollen niemanden wecken."

Auf Zehenspitzen schlichen die beiden durch den stillen Flur. Der Funkenkompass zog weiter, ruhig und beständig, immer in dieselbe Richtung, als kenne er den Weg längst. Mila hielt ihn locker vor sich, ließ sich führen und lauschte auf das Zupfen an dem unsichtbaren Faden. Die Haustür öffnete sich mit einem leisen Knarren, und die kühle Morgenluft strich ihr über das Gesicht, frisch und nach Tau duftend. [exhales]

Vor ihr lag ihre Stadt, ihre eigene, vertraute Stadt, die sie schon tausendmal gesehen hatte. Und doch sah sie an diesem Morgen anders aus. Ein feiner Schimmer lag über den Dächern, so zart, dass man ihn fast übersehen konnte.

Der Kompass zog. Vulpes lief voraus. Und Mila folgte, Schritt für Schritt, in die Gassen hinein, ohne zu ahnen, welche goldenen Geheimnisse dort auf sie warteten.

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