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Cover: Venedig und die Stadt auf Baumstämmen

Belletristik

Venedig und die Stadt auf Baumstämmen

Mit KI erzeugt
AbenteuerKinderAb 6 Jahrenca. 51 Min.

Am Gartentor liegt etwas Nasses, das nach Meer riecht – und wieder sind Flick, Flock und Flausch verschwunden. Diesmal führt die Spur PauPau, Math und Dadzie in eine Stadt, in der es keine Autos gibt, nur Wasser, Boote und Brücken. Wird die Familie ihre drei kleinen Ausreißer wiederfinden, bevor die Gassen sie im Kreis führen?

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Titelsong

Kapitel 1 von 2 · gesamt 0:00 / 6:10

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Tempo
Schlummer

Kapitel

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Zum Mitlesen: Etwas Nasses am Gartentor

Es war früher Morgen. Das Gras im verwilderten Garten war noch nass vom Tau. Und aus dem Haus mit der krummen Regenrinne kam als Erste ein Mädchen mit blondem Zopf und einem Rucksack auf dem Rücken. Sie hieß PauPau, sie war neun Jahre alt, und sie war immer als Erste an der Tür. Flick! Flock! Flausch! Frühstück! Niemand kam. Keine Nase, kein Fiepen, kein rotbrauner Schwanz im hohen Gras. Hinter PauPau trat ihre kleine Schwester Math in den Garten. Math war sieben Jahre alt, blond wie PauPau, mit zwei Pferdeschwänzen, und sie guckte immer erst genau hin, bevor sie etwas sagte. Die Näpfe sind voll. Alle drei. Sie haben nichts gefressen. Und die Höhle unter dem Holunder ist leer. Ich hab schon reingeschaut. Dann sind sie wieder weg. Sie sind wieder weg! Und wenn die drei Füchse weg waren, dann ließen sie immer etwas zurück. Ein Zeichen. Sonst lag eine Postkarte am Gartentor. Doch heute lag am Gartentor keine Postkarte. Heute lag dort etwas Nasses. Gefunden hat es Oli. Oli war der kleine Bruder, ein Kleinkind in Latzhose, barfuß im Gras, und er hatte fast immer etwas in der Faust. Jetzt auch. Da. Nass. Oli, mach die Hand auf. Bitte, bitte, mach auf! Meins. Es ist deins, Oli. Du hast es gefunden. Wir gucken nur. Oli öffnete die Faust. In seiner kleinen Hand lag ein hölzernes Stückchen. Dunkel wie nasse Erde. Glatt wie ein Stück Seife. Und es tropfte. Holz. Ein Stück Holz! Riech mal. Das riecht nach Salz. Nach Wind. Nach… nach Meer! Da ging die Haustür noch einmal. Heraus kam Mama, mit dunkelblondem Haar, locker hochgesteckt, in einem weiten Strickpullover, und unter dem Arm einen Stapel Handtücher. Guten Morgen, ihr drei. Ihr seid nass bis zu den Knien. Handtücher, sofort. Mama, keine Zeit! Die Füchse sind weg, und hier war etwas Nasses, und es riecht nach Meer, und wir müssen los! Erst trocken, dann losrennen. In dieser Reihenfolge. [laughs softly] Und dann kam Dadzie. Der Vater von PauPau und Math, in seiner grünen Jacke, und natürlich hatte er schon einen Rucksack dabei, obwohl noch überhaupt niemand wusste, wohin. Ein Fall! Ich rieche einen Fall! Zeigt her, zeigt her. Dadzie nahm das nasse Holz, hielt es sich vor die Nase und schnupperte so laut, dass eine Amsel erschrocken aus dem Busch flog. Hm. Hmmm. Also. Es riecht nach Salz, nach altem Boot, nach nassem Seil und ein ganz kleines bisschen nach Fisch, der schon längst nach Hause gegangen ist. Fische gehen nicht nach Hause. Das sagen sie alle. Und trotzdem sind sie nie da, wenn man sie sucht. Papa! Der Wind kommt von da. Wir laufen einfach dahin, wo der Wind herkommt, und dann finden wir sie. Warte. Du hast es noch gar nicht umgedreht. Math nahm das Holzstückchen vorsichtig zwischen zwei Finger. Sie drehte es herum, wischte mit dem Daumen den nassen Sand weg — und dann wurde sie ganz still. Da ist etwas eingeritzt. Was denn? Was? Zeig! Ein Tier. Eine Mähne. Eine Tatze. Das ist ein Löwe. Löwe! Ein Löwe? Auf einem nassen Holzstückchen? Am Gartentor? Dann hat er einen weiten Weg hinter sich. Alle beugten sich über die kleine Hand von Oli. Fünf Köpfe, ein tropfendes Stück Holz, und mitten darin ein winziger, eingeritzter Löwe. War lange im Wasser. Ja. Sehr lange, glaube ich. Es ist bis innen durch nass. Warum ist es nicht kaputt? Und plötzlich sagte niemand mehr etwas. Stimmt. Unser Gartenstuhl ist letzten Sommer im Regen kaputtgegangen. Der war ganz weich und bröselig. Und dieses Holz ist hart. Und glatt. Obwohl es viel länger im Wasser war. Kinder. Das ist eine sehr, sehr gute Frage. Und ich habe keine Ahnung. Das ist auch eine Antwort. Nur noch keine fertige. Oli schloss die Faust wieder um das Holz. Ganz fest. Und die Amsel im Holunder fing wieder an zu singen. Dann finden wir es heraus. Unterwegs. Küchentisch. Alle. Sofort. Ich hole meine Landkarte. Du hast deine Landkarte doch immer verlegt. Ich verlege sie nicht. Ich lasse ihr Freiraum. Also gingen sie ins Haus. Voran PauPau, wie immer. Dann Math mit nassen Schuhen. Dann Dadzie mit seinem Rucksack. Und ganz zum Schluss Oli, barfuß, mit einem Löwen in der Faust. Drei Füchse waren weg. Ein Holzstückchen roch nach Meer. Und niemand wusste, warum es nach so langer Zeit im Wasser noch heil war. Noch nicht.

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