
Sachbuch
Detektiv Maxim und der Held von Nehaj — Das Rätsel um Ivo und den Aga von Ribnik
Mit KI erzeugtAuf einer alten Festung hoch über der kroatischen Küste stößt Detektiv Maxim auf ein uraltes Lied: Ein junger Bursche namens Ivo soll einst einen übermächtigen Feind besiegt haben — mit nichts als Mut und Köpfchen. Doch hat dieser Ivo wirklich gelebt, oder steckt hinter dem Heldenlied ein noch größeres Geheimnis?
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Titelsong
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Manche Sommer vergehen so schnell, dass man am Ende glaubt, jemand hätte heimlich an der Uhr gedreht. Genau so ging es mir an diesem Morgen, dem allerletzten unseres Urlaubs, hoch oben in den Bergen über einer kleinen Stadt namens Senj an der kroatischen Küste. Von unserem Ferienhaus aus konnte ich das Meer sehen, weit unten, tiefblau und ruhig, als hätte es die ganze Nacht darüber nachgedacht, wie es heute besonders schön funkeln könnte.
Ich heiße Maxim, und wenn ich ehrlich bin, bin ich kein gewöhnlicher Urlaubsjunge. Ich bin Detektiv. Elf Jahre alt, mit kurzem, dunkelbraunem Haar, das sich morgens grundsätzlich in alle Richtungen sträubt, und mit ein paar Sommersprossen auf der Nase, die im Urlaub immer mehr werden. Um den Hals trage ich eine kleine, runde Lupe an einer Kordel, hinter dem Ohr steckt ein Bleistift, und über der Schulter hängt meine abgewetzte Umhängetasche mit Notizbuch. Und ja, ich trug an diesem heißen Morgen tatsächlich meinen sandfarbenen Trenchcoat. Ein richtiger Detektiv legt seinen Mantel nicht ab, nur weil die Sonne ein bisschen scheint. Auch wenn mir das Hemd unter dem Stoff schon leicht am Rücken klebte.
„Du schmilzt gleich weg wie ein Eis am Stiel", sagte mein großer Bruder Vincent und grinste. Er ist dreizehn, hat dunkelblondes Haar und trägt sein Basecap fast immer verkehrt herum, was er unglaublich cool findet. „Dann bleibt am Ende nur der Mantel übrig, und wir müssen ihn nach Hause tragen."
„Ein Detektiv schwitzt nicht", sagte ich würdevoll. „Ein Detektiv beobachtet."
Vincent lachte, und aus meiner Umhängetasche kam ein leises, empörtes Fiepen. Ich klappte schnell die Lasche ein Stückchen weiter zu, denn dort drin saß mein bester Freund, und der sollte lieber unentdeckt bleiben. Nuss, mein Eichhörnchen aus dem Holzland, war nämlich heimlich mit in den Urlaub gereist, tief im Gepäck versteckt. Ein kleines, rotbraunes Fellknäuel mit buschigem Schwanz, wachen schwarzen Knopfaugen und flinken Pfoten, die überall herumfummelten, wo sie eigentlich nichts zu suchen hatten. Gerade lugte seine Nasenspitze aus der Tasche und schnupperte in die warme Bergluft, als könnte er den ganzen Sommer auf einmal riechen.
[whispers] „Wehe, Mama sieht ihn", flüsterte Vincent.
„Sieht sie nicht", flüsterte ich zurück. „Nuss ist ein Profi."
Beim Frühstück auf der Terrasse breitete Papa die Landkarte aus, so feierlich, als würde er einen Schatz verkünden. „Für den letzten Tag", sagte er, „habe ich mir etwas ganz Besonderes ausgedacht. Wir fahren hinunter nach Senj und besuchen die Festung Nehaj."
Ich spürte es sofort. Dieses Kribbeln. Es beginnt immer im Bauch und wandert dann bis in die Fingerspitzen, und jeder echte Detektiv kennt dieses Gefühl. Es bedeutet: Hier gibt es etwas zu entdecken.
„Nehaj", wiederholte ich leise und schmeckte das Wort ab wie eine geheime Losung. „Was heißt das eigentlich?"
„Keine Ahnung", sagte Vincent und stopfte sich ein Stück Brot in den Mund. „Klingt aber wichtig."
Von unserem Platz aus konnte ich die Festung sogar erahnen, ganz weit unten am Rand der Altstadt, ein grauer, wuchtiger Klotz, der auf einem Hügel über dem Meer thronte. Von hier oben sah er winzig aus, kaum größer als ein Legostein. Und trotzdem wirkte er, als würde er die ganze Küste im Blick behalten, streng und wachsam, seit vielen, vielen Jahren.
[pauses] Ich zog mein Notizbuch heraus, leckte am Bleistift und schrieb die erste Zeile: Festung Nehaj. Letzter Urlaubstag. Fall offen.
Nuss steckte den Kopf ein wenig weiter heraus und schien zustimmend zu nicken. Denn eines wusste ich schon jetzt, noch bevor wir überhaupt losgefahren waren: Ein Ort mit so einem geheimnisvollen Namen bewahrte bestimmt eine Geschichte. Und Geschichten, das hatte ich in vielen Sommern gelernt, warten nur darauf, dass jemand kommt und die richtigen Fragen stellt.
Die allererste dieser Fragen sollte ich schon bald jemandem stellen, der die Antwort kannte — unserer Vermieterin Tamara.
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