
Krimi
Der letzte Almabtrieb
Mit KI erzeugtAls der reiche Almbauer Kaspar Egglhuber beim festlichen Almabtrieb in die Schlucht stürzt, scheint alles auf einen tragischen Unfall hinzudeuten – doch Kommissar Brunn und sein aufgeweckter Hund Senf lassen nicht locker. Im beschaulichen Alpendorf Hintermoos, wo jeder jeden kennt und kein Geheimnis ewig dauert, beginnt Brunn mit ruhiger Bauernschläue hinter die Fassaden zu blicken.
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Titelsong
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Es war einer jener klaren Abende im September, an denen die Luft schon nach nassem Laub und kühlem Fels roch und der letzte Sonnenstrahl golden über die Bergwiesen von Hintermoos strich. In Resis Gasthof aber war es warm und laut, denn am Vorabend des großen Almabtriebs drängte sich das halbe Dorf zwischen den dunklen Holztischen, und der Geruch von gebratenem Speck und frischem Bier hing behaglich unter der niedrigen Balkendecke.
In der Ecke, dort wo der Kachelofen seine gemütliche Wärme abgab, saß Kommissar Brunn. Ein stämmiger Mann Mitte fünfzig war er, mit einem buschigen grauen Schnurrbart und schütterem graumeliertem Haar, das er unter dem Filzhut versteckte. Sein grüner Lodenjanker mit den Hirschhornknöpfen spannte ein wenig über dem Bauch, und in der Brusttasche steckte, wie stets, seine alte Pfeife. Zu seinen Füßen lag Senf, sein treuer Berner Sennenhund-Mischling, schwarz-braun-weiß gescheckt, mit einem weißen Fleck auf der Brust und einer linken Ohrspitze, die leicht hing. Der Hund döste, das Kinn auf den Pfoten, und doch zuckte immer wieder ein Ohr, als lausche er auf etwas, das noch niemand sonst hören konnte.
Am Nebentisch aber war von Ruhe keine Rede. Dort thronte der reiche Almbauer Kaspar Egglhuber, ein bulliger Kerl um die siebzig, mit kahlem Schädel und einem grauen Haarkranz darum, die Nase rotgeädert vom vielen Bier. Seine speckige Lodenjoppe hatte er weit aufgeknöpft, und wenn er die Faust auf den Tisch hieb, klirrten die Gläser.
"Die Wiese oben am Kessergrat gehört mir, Ramsauer, und hat immer mir gehört!", donnerte er. "Da kannst dein Vieh treiben, wohin du magst, aber nicht auf meinen Grund!"
Ihm gegenüber saß der Nachbarbauer Vitus Ramsauer, ein drahtiger Mann Mitte fünfzig mit wettergegerbtem Gesicht und buschigem grauen Schnauzbart. Seine schmalen Augen waren zu Schlitzen zusammengekniffen, und in seiner grünen Steppweste sah er aus wie ein Fuchs, der jeden Moment zubeißen konnte.
"Das Wegerecht steht mir zu, das weiß das ganze Dorf", zischte Ramsauer. "Du hast dir den Grund unter den Nagel gerissen, wie du dir alles unter den Nagel reißt, Kaspar. Aber irgendwann kommt der Tag, da hilft dir dein Geld nichts mehr."
Egglhuber lachte rau und hob sein Glas. "Der Tag kommt, ja! Am Montag geh ich zum Notar, hört ihr! Am Montag änder ich mein Testament. Und da wird sich so mancher wundern, wer plötzlich mit leeren Händen dasteht." Er ließ den Blick über die Gaststube schweifen, dass es beinahe drohend wirkte. "Manche denken, sie haben was gut bei mir. Aber der Kaspar Egglhuber teilt aus, wie es ihm passt."
Für einen Augenblick wurde es still an den umliegenden Tischen. [pauses] Brunn sah, wie Ramsauer den Krug so fest umklammerte, dass die Knöchel weiß hervortraten.
Da beugte sich Resi zu ihm herunter, die rundliche Wirtin mit dem festen graublonden Knoten und den warmen braunen Augen, ein Geschirrtuch über der Schulter. "Brunn", flüsterte sie und stellte ihm einen frischen Krug hin, "hörst du das? Seit Wochen geht das so. Und weißt du, was man sich erzählt? Der Andrä, sein eigner Bua, steckt bis über die Ohren in Schulden. Und die junge Traudl, seine Frau, die soll auch schon zittern, ob sie was abkriegt." Sie senkte die Stimme noch weiter. "Und die Loni, seine Wirtschafterin, die dient ihm seit dreißig Jahren. Der hat er eine Rente versprochen. Man munkelt, auch die will er streichen."
Brunn brummte nur und zog nachdenklich an seinem Schnurrbart. [sighs] Er sagte nichts, aber seine wachen blaugrauen Augen wanderten von Gesicht zu Gesicht.
Zu seinen Füßen aber hatte sich Senf plötzlich aufgerichtet. Der Hund starrte zur Tür, die Nackenhaare leicht gesträubt, und ein tiefes, leises Knurren rollte aus seiner Brust. Draußen war niemand zu sehen. Nur die kühle Bergnacht, und irgendwo dort oben, im Dunkeln, der steile Almweg, der am Morgen den festlichen Zug hinabführen sollte.
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