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Cover: Schnee über dem Hotel Belvalère

Krimi

Schnee über dem Hotel Belvalère

Mit KI erzeugt
Whodunit / Ermittlerca. 18 Min.

Ein Schneesturm schneidet das prachtvolle Grandhotel Belvalère von der Außenwelt ab – und in der Nacht stirbt ein mächtiger Finanzier, der allzu viele Geheimnisse kannte. Kommissar Aurel Voss, als Gast gestrandet, beginnt diskret zu ermitteln: Denn unter den wenigen Verbliebenen trägt jeder einen Grund, den alten Mann zu hassen. Die Wahrheit liegt verborgen in einem Cognacglas, einer seltsamen Tinte und der Frage, wer wirklich freien Zugang zu jeder Tür des Hauses hatte.

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Schnee schließt die Türen

Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 2:49

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Tempo
Schlummer

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Zum Mitlesen: Schnee schließt die Türen

Der Schnee kam an jenem Abend nicht in Flocken, sondern in Mauern. Er legte sich gegen die hohen Fenster des Grandhotels Belvalère, bis die Lersener Alpen draußen zu einem weißen Nichts verschwammen. Gegen sieben Uhr brachte ein Bote die Nachricht herauf, die längst alle ahnten: Der Bergpass nach Hochmaur war geschlossen. Niemand würde diesen Berg verlassen, bevor die Räumtrupps sich durch den Sturm gegraben hatten. Das vergoldete Haus mit seinen Spiegeln und seinem Kerzenschimmer war plötzlich eine Insel, hoch über der Welt und von ihr abgeschnitten.

Im Speisesaal aber tat man, als sei nichts geschehen. Silber klirrte leise auf Porzellan, und der Direktor des Hauses, Anselm Korr, glitt zwischen den Tischen wie ein Schatten, der jeden Wunsch errät, ehe er ausgesprochen wird. Sein Lächeln war makellos, seine Verbeugung tief, sein Auge überall.

An der langen Tafel saß Cornelius Hagenbruck, der gealterte Finanzier, und führte das Gespräch wie ein Mann, der gewohnt ist, dass man ihm zuhört. Er sprach von Geld und von Geheimnissen, und in seinen Worten lag stets eine feine Klinge. Neben ihm seine junge Frau Vivian, blass und still, die Augen meist auf den unberührten Teller gesenkt. Wenn er sprach, zuckte etwas um ihren Mund, das man für Müdigkeit halten konnte oder für etwas weit Älteres. [sighs]

Ihm gegenüber saß Renata Falsche, kühl und elegant, eine Frau, die mit Karten ihr Leben bestritt und die Hagenbruck mit einem einzigen, langen Blick maß, in dem keine Zuneigung lag. Und am Ende der Tafel der reisende Arzt Doktor Estian Marlow, der zu schnell trank und zu oft zur Tür sah, als erwarte er, dass jeden Augenblick jemand seinen Namen rufe.

»Man kann einen Mann nicht verstecken«, sagte Hagenbruck in die Stille, und sein Blick wanderte über sie alle, »so wenig, wie man eine Schuld verstecken kann. Sie kommt immer wieder herauf. Wie der Schnee.«

Niemand antwortete. Korr schenkte Wein nach, lautlos, lächelnd. Und in dieser höflichen, kerzenwarmen Stille spürte man etwas knistern, das gefährlicher war als jeder Sturm. Hagenbruck erhob sich früh, wünschte kühl eine gute Nacht und stieg die Treppe hinauf zu seiner Suite. [pauses] Niemand ahnte, dass er sie nicht wieder lebend verlassen würde.

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