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Cover: Das Geheimnis der Möwenbank

Belletristik

Das Geheimnis der Möwenbank

Mit KI erzeugt
AbenteuerKinderAb 8 Jahrenca. 42 Min.

Als Marla und Bruno ihre Ferien im kleinen Nordseedorf Krabbenbüll verbringen, ahnen sie noch nicht, dass eine freche Möwe, eine geheimnisvolle Seekarte und eine alte Leuchtturmwärterin sie in das aufregendste Abenteuer ihres Lebens locken werden. Irgendwo draußen im Wattenmeer, auf einer Sandbank namens Möwenbank, wartet ein Geheimnis, das seit Jahrzehnten auf seine Auflösung wartet. Doch das Watt kennt keine Geduld – und die Flut kommt schneller, als man denkt.

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Ankunft in Krabbenbüll

Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 4:53

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Tempo
Schlummer

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Zum Mitlesen: Ankunft in Krabbenbüll

Der Zug hielt mit einem müden Quietschen, und noch bevor die Türen ganz offen waren, roch Marla es schon: Salz, Tang und ein bisschen frischer Fisch. Es war der Geruch von Ferien, von Meer und von Abenteuer. Krabbenbüll, stand auf dem kleinen Schild am Bahnsteig, und dahinter lag das Meer wie eine glitzernde Decke aus Silber.

Marla sprang als Erste hinaus. Sie war zehn Jahre alt, und ihre wilden rotbraunen Locken waren zu zwei zerzausten Zöpfen gebunden, die schon nach der ersten Windböe in alle Richtungen zeigten. Über ihrer hellen, von Sommersprossen übersäten Nase baumelte ein kleines Fernglas, und ihre gelbe Regenjacke leuchtete in der Sonne wie ein Sonnenblumenblatt. Dazu trug sie eine blaue Latzhose und grüne Gummistiefel, die bei jedem Schritt fröhlich quietschten.

Hinter ihr stolperte Bruno aus dem Zug, ihr acht Jahre alter Bruder. Seine kurzen dunkelblonden Haare hatten am Hinterkopf einen Wirbel, der niemals stillhalten wollte. Er trug einen roten Kapuzenpulli, eine beige kurze Hose und rote Turnschuhe, und in seiner Hosentasche steckte, wie immer, ein Keks.

„Da vorne!", rief Marla und deutete zum Horizont. „Siehst du den Leuchtturm?"

Am Ende der Dünen ragte er in den Himmel: ein hoher, roter Turm mit weißen Streifen, so leuchtend rot wie ein reifer Apfel. Er stand da wie ein freundlicher Riese, der übers Meer wachte, und Marla spürte sofort ein Kribbeln im Bauch. Irgendetwas an diesem Turm rief nach ihr, das wusste sie ganz genau.

Die beiden liefen den Sandweg hinunter zum Strand. Der Wind zauste ihnen die Haare, Möwen kreischten über dem Wasser, und die Wellen rollten leise ans Ufer. Bruno wurde langsamer. „Ich glaube", sagte er, „ich muss erst mal einen Keks essen. Zum Nachdenken."

Feierlich zog er den Keks aus der Hosentasche. Doch kaum hatte er ihn hochgehalten, schoss aus dem Himmel ein weißer Schatten herab. Ein Windstoß, ein Flügelschlag, ein frecher Schnabel – und schon war der Keks weg.

„Hey!", schrie Bruno. „Mein Keks!"

Auf einem Pfahl saß der Dieb und schaute sie an, als wäre nichts geschehen. Es war eine große Silbermöwe mit grauen Flügeln und einem gelben Schnabel, auf dem ein roter Punkt leuchtete. Am Kopf stand ihr eine einzelne schwarze Feder schief nach oben, was ihr ein besonders freches Aussehen gab. Sie legte den Kopf schief, schluckte den Keks in einem Happen hinunter und krächzte laut. Es klang fast wie ein Lachen.

„Der hat meinen Keks gefressen!", rief Bruno empört. „Los, Marla, hinterher!"

Und schon rannten die beiden los. Die Möwe flatterte auf, ließ sich vom Wind tragen und segelte über den Strand davon, immer in Richtung des roten Leuchtturms. Marla und Bruno stolperten durch den weichen Sand, sprangen über Muschelhaufen und lachten dabei so sehr, dass ihnen fast die Puste ausging. Die Möwe schien es zu genießen. Immer wieder blieb sie kurz sitzen, wartete, bis die Kinder fast heran waren, und flatterte dann weiter.

„Diese Möwe macht sich über uns lustig!", keuchte Marla. [exhales]

Am Fuß des Leuchtturms verlor die Möwe endlich das Interesse und segelte hinauf auf das Dach. Die Kinder aber rannten weiter – und stießen fast mit einer alten Frau zusammen, die vor der roten Tür stand.

Sie war fünfundsiebzig Jahre alt, und ihr dünnes, schneeweißes Haar war zu einem festen Knoten gesteckt. Ihre wettergegerbte, braune Haut war von tiefen Lachfalten durchzogen, und um den Hals trug sie eine Brille an einer Kette. Über ihrem dicken blauen Wollpullover spannte sich eine gelbe Ölhose, und an den Füßen steckten derbe Lederstiefel.

Die Frau musterte die beiden atemlosen Kinder, dann wanderte ihr Blick hinauf zur Möwe auf dem Dach. Ein Lächeln breitete sich über ihr Gesicht.

„Aha", sagte sie mit einer Stimme, die klang wie Wind und Salz. „Ich sehe, ihr habt Piet schon kennengelernt. Der klaut jedem den Keks, der neu im Dorf ist." Sie zwinkerte. [pauses] „Kommt ruhig herein. Von hier oben sieht man Dinge, die sonst keiner sieht."

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