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Cover: Der letzte Schnee von Lärchenkar

Krimi

Der letzte Schnee von Lärchenkar

Mit KI erzeugt
Regionalkrimica. 14 Min.

Als der angesehene Almbauer Anton Greilhuber tot am Fuß eines vereisten Bergsteigs gefunden wird, soll alles nach einem tragischen Unfall aussehen – doch Kommissarin Valerie Brandtner traut dem Schweigen des kleinen Bergdorfs nicht. Je tiefer sie in die engen Familiengeschichten von Lärchenkar eindringt, desto klarer wird: In diesem Tal hüten die Menschen ihre Geheimnisse wie die letzten Zentimeter Schnee im Frühjahr.

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Ankunft im Tal

Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 2:17

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Tempo
Schlummer

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Zum Mitlesen: Ankunft im Tal

Die Straße nach Lärchenkar war nur eine einzige, und sie kletterte in engen Kehren immer höher, bis das Tal sich wie eine Hand um den Wagen schloss. Valerie Brandtner fuhr langsam, beide Hände am Lenkrad, und sah zu, wie die Lärchenhänge schwarz und nass aus dem schmelzenden Schnee ragten. Es war ein früher Morgen im März, die Luft roch nach Tauwasser und Holzrauch, und über dem Dorf hing eine Stille, die schon da war, bevor irgendjemand sie verursacht hatte.

Am Fuß des Marienstiegs standen die Menschen in losen Trauben. Dreißig, vierzig vielleicht, in dunklen Jacken, die Hände in den Taschen. Niemand sprach. Als Brandtner ausstieg, drehten sich die Köpfe nicht weg, aber sie kamen ihr auch nicht entgegen. Sie sah nur Gesichter, die abwarteten.

Sepp Hauser, der Postenkommandant, löste sich aus der Gruppe. Ein breiter Mann mit rotem Gesicht und einem Händedruck wie ein nasses Seil. „Ein Unglück", sagte er, noch bevor sie nach seinem Namen gefragt hatte. „Der Anton ist auf dem vereisten Steig ausgerutscht. So einer geht da im Dunkeln rauf, kennt jeden Stein, und dann passiert es trotzdem. Traurig, aber klar."

Brandtner nickte freundlich und ging an ihm vorbei. Anton Greilhuber lag am Fuß des Steigs, halb auf dem alten Schnee, halb im aufgeweichten Boden. Sie hockte sich hin, ohne etwas zu berühren, und ließ ihren Blick wandern. Der Steig über ihr war glasig vereist, das stimmte. Aber unter dem Toten war der Schnee glatt und ungestört, als hätte niemand hier gestürzt, gestrampelt, gerutscht. Keine Schleifspur, keine aufgeworfene Erde. [pauses]

Und da war noch etwas. An den Hosenbeinen des Mannes klebte feiner, dunkler Schlamm, fast lehmig, mit kleinen grünen Fasern darin. Brandtner sah hinauf zum Steig. Dort gab es nur Stein und Eis und totes Geröll. Diesen weichen, feuchten Boden gab es hier nirgends.

Sie richtete sich auf und drehte sich zum Dorf um. Vierzig Augenpaare wichen gleichzeitig aus, höflich, geübt, lautlos.

„Ein klarer Fall", wiederholte Hauser hinter ihr.

„Sicher", sagte Brandtner ruhig und steckte die Hände in die Manteltaschen. Doch in ihrem Kopf hatte sich bereits eine erste, leise Frage festgesetzt, und solche Fragen, das wusste sie, wurden im Dunkeln nur lauter.

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