
Belletristik
Das Licht von Möwenbucht
Mit KI erzeugtAls die erschöpfte Konditorin Marlene das verlassene Café ihrer Tante an der Nordseeküste erbt, plant sie nur eines: schnell verkaufen und verschwinden. Doch dann findet sie einen Brief, ein rätselhaftes leeres Rezept und zwei Menschen, die sich einfach nicht abschütteln lassen. In Möwenbucht riecht es nach Salzwind, Zimt und dem leisen Verdacht, dass sie vielleicht schon längst angekommen ist.
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Ankunft mit Salz im Haar
Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 2:10
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Der Regen war kein richtiger Regen, eher ein feiner Schleier, der sich an Marlenes Wimpern legte und im Haar zu kleinen Tropfen wurde, die nach Salz schmeckten. Sie stand vor dem schmalen Häuschen am Ende der Strandpromenade und sah hinauf zu dem verblichenen Schild, auf dem in geschwungenen Buchstaben stand: Zum Zuckerhut. Die Farbe blätterte ab. Eine Möwe schrie irgendwo über den Dächern, und der Wind kam in Stößen vom Meer herüber, als wollte er sie zurückschieben, dahin, woher sie gekommen war.
Sie wollte gar nicht hier sein. Sie wollte verkaufen, schnell und vernünftig, und dann zurück in die Stadt, in ihr altes Leben, das sich anfühlte wie ein Mantel, der ihr längst zu eng geworden war. Drei Stunden Fahrt lagen in ihren Schultern. In ihrer Tasche klimperte der Schlüssel, den ihr der Notar geschickt hatte.
Sie steckte ihn ins Schloss. Er klemmte. Sie rüttelte, drückte, fluchte leise, und der Wind zerrte an ihrer Jacke, als amüsiere er sich. Dann, mit einem widerwilligen Knirschen, gab die Tür nach, und Marlene stolperte über die Schwelle in eine andere Welt.
Drinnen war es still. Die Geräusche des Meeres versanken zu einem fernen Rauschen. Staub lag wie grauer Samt auf den Tischen, auf den umgedrehten Stühlen, auf der Theke aus dunklem Holz. Doch unter dem Staub, unter dem Moder und der Kälte, lag noch etwas anderes in der Luft. Vanille. Warm und süß und so vertraut, dass Marlene unwillkürlich stehen blieb und die Augen schloss. [breathes] Für einen Atemzug war sie wieder ein kleines Mädchen, das auf einem Hocker saß und zusah, wie die Tante Teig rührte.
Sie schüttelte den Gedanken ab. Nicht jetzt. Nicht hier.
Auf dem Tresen lag ein Umschlag. Ihr Name stand darauf, in der runden, leicht zittrigen Handschrift ihrer Tante Hilde. Marlene zögerte. Dann nahm sie ihn, brach das Siegel und las die ersten Zeilen.
Mein liebes Marlenchen, stand da. Wenn Du das liest, bin ich schon dort, wo die Möwen lauter sind. Bleib einen Moment. Nur einen. Das Haus hat Dir etwas zu sagen, und ich glaube, Du hast vergessen, wie man zuhört.
[sighs] Marlene spürte, wie ihr die Kehle eng wurde. Draußen sang der Wind weiter, und das Café wartete.
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