
Belletristik
Der Papagei mit dem Geheimnis-Satz
Mit KI erzeugtAls der sprechende Papagei Coco plötzlich verschwunden ist, bleibt der traurigen Eisverkäuferin Frau Poletti nur ein rätselhaftes Krächzen aus der Ferne. Lena, Ben, Mia und Tobi machen sich auf die Suche quer durch den Stadtpark – denn Coco ruft immer wieder denselben geheimnisvollen Satz, und der muss irgendetwas bedeuten.
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Ein leerer Käfig an der alten Eiche
Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 5:21
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Es war ein warmer Nachmittag im großen Stadtpark. Die Sonne schien golden durch die Blätter der alten Eiche. Unter diesem riesigen Baum, dessen Äste sich wie starke Arme über die Wiese streckten, trafen sich vier Freunde. Voran ging Lena, neun Jahre alt, mit braunen Zöpfen und roten Haargummis. Auf ihren Wangen tanzten kleine Sommersprossen. Obwohl die Sonne schien, trug sie ihre gelbe Regenjacke und grüne Gummistiefel, und um den Hals baumelte ihr Fernglas. Neben ihr lief Ben, acht Jahre alt, mit kurzen schwarzen Locken und einer blauen Brille. Über der Schulter trug er seine große Umhängetasche, voll mit nützlichen Dingen. Dann kam Mia, sieben Jahre alt, mit langen roten Haaren zu einem Pferdeschwanz und einem lila Pulli voller Blumen. In der Hand hielt sie ihr kleines Notizbuch. Und ganz zum Schluss hüpfte Tobi heran, sechs Jahre alt, mit blonden Wuschelhaaren unter einer roten Mütze. Sein Fußballtrikot war viel zu groß, und unter dem Arm hielt er fest seine Keksdose. Ich hab Kekse mit! Wer will einen? Mit Schokostückchen und allem! Später, Tobi. Schau mal dort, bei der Eiche. Ist das nicht Frau Poletti? Am Fuß der Eiche stand eine freundliche Frau um die sechzig. Ihre grauen Haare waren zu einem runden Dutt gebunden, und sie trug ihre bunt gestreifte Schürze und die kleine weiße Eismütze. Doch heute lächelte sie nicht. Ihre warmen braunen Augen glänzten feucht, und neben ihr stand ein Käfig. Ein leerer Käfig, dessen Tür weit offen stand. Oh, Kinder, wie schön, dass ihr da seid. Aber ich bin so traurig heute. Was ist denn passiert, Frau Poletti? Warum ist Ihr Käfig leer? Es ist Coco, mein kleiner Papagei. Ihr kennt ihn doch. Grün mit roten Flügelspitzen und einem gelben Federbüschel auf dem Kopf. Heute Morgen habe ich die Käfigtür geöffnet, um ihm frisches Wasser zu geben. Und husch, da war er weg. Einfach fortgeflogen. Fortgeflogen? Aber Papageien bleiben doch meistens in der Nähe. Sonst schon. Aber heute ist er wie verzaubert. Und das Merkwürdigste ist: Er ruft die ganze Zeit denselben Satz. Immer wieder denselben. In diesem Moment wurde es ganz still unter der alten Eiche. Selbst die Blätter schienen zu lauschen. Und dann, von weit her, klang ein Krächzen durch den Park. Der Schlüssel liegt im Nest! Der Schlüssel liegt im Nest! Habt ihr das gehört? Der redet ja richtig! Was für ein Schlüssel denn? Seht ihr? Genau das ruft er. Der Schlüssel liegt im Nest. Immer und immer wieder. Ich verstehe es einfach nicht. Warte, das schreibe ich auf. Mia klappte ihr Notizbuch auf und schrieb sorgfältig mit: Der Schlüssel liegt im Nest. Sie unterstrich den Satz gleich zweimal. Das ist seltsam. Papageien plappern zwar oft nach, was sie hören. Aber diesen Satz muss er von irgendwoher haben. Und warum ruft er ausgerechnet den? Vielleicht will er uns etwas sagen. Vielleicht ist es gar keine Marotte, sondern eine Nachricht. Meint ihr wirklich? Ach, wenn ihr meinen Coco nur wiederfinden könntet. Er ist mein liebster Freund. Wir finden ihn, Frau Poletti. Ganz bestimmt. Wir folgen einfach seinem Ruf, von Station zu Station, bis wir ihn haben. Und wenn wir ihn haben, gebe ich ihm einen Keks. Papageien mögen bestimmt Kekse! Vielleicht wirklich, Tobi. Aber erst müssen wir ihm zuhören. Der Ruf kam von dort drüben, in Richtung Bach. Von der alten Steinbrücke, würde ich sagen. Dort fließt der Bach unter dem Weg hindurch. Wieder erklang von fern das krächzende Rufen. Der Schlüssel liegt im Nest. Diesmal etwas leiser, denn Coco flog schon weiter. Hört ihr? Er fliegt weg. Schnell, wir dürfen ihn nicht verlieren. Bleiben Sie hier bei Ihrem Eiswagen, Frau Poletti. Wir bringen Ihnen Coco zurück! Oh, danke, ihr Lieben. Passt gut auf euch auf! Und ruft, wenn ihr ihn seht! Und so machten sich die vier Freunde auf. Lena voran mit ihrem Fernglas, Ben mit der schweren Tasche, Mia mit dem Notizbuch und Tobi mit seiner Keksdose unter dem Arm. Vor ihnen lag der ganze große Park, und irgendwo darin flog ein kleiner grüner Papagei mit einem großen Geheimnis. Der Schlüssel liegt im Nest, klang es noch einmal von der Steinbrücke herüber. Und die Freunde liefen los, dem Ruf entgegen.
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