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Cover: Der Tunnel durch die Ewigkeit: Wurmlöcher und der Traum von den Sternen

Sachbuch

Der Tunnel durch die Ewigkeit: Wurmlöcher und der Traum von den Sternen

Mit KI erzeugt
Technik & Zukunftca. 38 Min.

Alpha Centauri ist vier Lichtjahre entfernt — und unser schnellstes Raumschiff bräuchte achtundsiebzigtausend Jahre dorthin. Was, wenn nicht die Technik das Problem ist, sondern die Art, wie wir über den Raum selbst nachdenken? Dieses Buch folgt einer Idee, die direkt aus Einsteins Gleichungen wächst: ein Tunnel durch die Raumzeit — präzise beschrieben, physikalisch legitim und vielleicht der seltsamste Traum, den die Wissenschaft je ernsthaft träumte.

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Der Abgrund zwischen den Sternen

Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 4:33

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Tempo
Schlummer

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Zum Mitlesen: Der Abgrund zwischen den Sternen

Stell dir vor, du stehst in einer klaren, mondlosen Nacht auf einem freien Feld, weit weg von den Lichtern der Städte. Über dir wölbt sich das Firmament, dicht besät mit tausenden Funken. Und einer dieser Funken, unscheinbar am Südhimmel, trägt einen Namen, der wie ein Versprechen klingt: Alpha Centauri. Es ist der uns nächste Stern, unser kosmischer Nachbar von nebenan. Und doch liegt zwischen uns und ihm eine Kluft, die so gewaltig ist, dass unser Verstand sie kaum fassen kann.

Vier Komma zwei vier Lichtjahre. So lautet die Entfernung. Das klingt zunächst harmlos, fast handlich, wie eine überschaubare Zahl. Aber lass uns dieses Wort auseinanderfalten. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem einzigen Jahr zurücklegt — und Licht ist das Schnellste, was das Universum kennt. Es rast mit knapp dreihunderttausend Kilometern pro Sekunde durch den Raum. In der Zeit, die du brauchst, um einmal mit den Fingern zu schnippen, hat ein Lichtstrahl die Erde schon siebenmal umrundet. Und dieses unfassbar schnelle Licht braucht von Alpha Centauri bis zu uns mehr als vier Jahre. Das Licht, das du heute Nacht von diesem Stern siehst, hat seine Reise begonnen, als du vier Jahre jünger warst.

Nun könnte man meinen, mit unserer besten Technik ließe sich diese Strecke doch irgendwie bezwingen. Also fragen wir das schnellste Fahrzeug, das Menschen jemals gebaut haben. Sein Name ist New Horizons, eine Raumsonde, die im Jahr zweitausendfünf startete und später am fernen Zwergplaneten Pluto vorbeiraste, weiter draußen, als je zuvor ein von uns gebautes Objekt gekommen war. Sie ist ein Wunderwerk der Ingenieurskunst, und sie bewegt sich mit einer Geschwindigkeit, die jede Vorstellung sprengt — rund sechzehn Kilometer in jeder einzelnen Sekunde. Mit diesem Tempo würde sie die gesamte Erde in wenigen Minuten umrunden.

Und jetzt kommt der Moment, in dem die Zahlen ihre ganze Wucht entfalten. Würde man New Horizons Richtung Alpha Centauri lenken, auf diesen nächsten aller Sterne, dann wäre sie unterwegs. Und unterwegs. Und immer noch unterwegs. Sie bräuchte rund achtundsiebzigtausend Jahre, um dort anzukommen. [pauses] Achtundsiebzigtausend Jahre. Lass diese Zahl einen Augenblick auf dich wirken. Vor achtundsiebzigtausend Jahren gab es noch keine Städte, keine Schrift, keine Pyramiden. Unsere Vorfahren zogen als kleine Gruppen von Jägern und Sammlern durch eine eiszeitliche Welt. Über tausend Generationen von Menschen müssten geboren werden, leben und sterben, während diese Sonde still durch die Dunkelheit gleitet — und das nur, um den allernächsten Stern zu erreichen.

Vielleicht denkst du jetzt: Gut, dann bauen wir eben etwas Schnelleres. Etwas, das nicht nach heutigen Maßstäben rast, sondern nach den kühnsten Träumen der Physik. Stellen wir uns also einen Antrieb vor, der ein Raumschiff auf zehn Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Das ist ein völlig hypothetisches Fahrzeug, meilenweit jenseits von allem, was wir heute können — dreißigtausend Kilometer in jeder Sekunde, fast zweitausendmal schneller als New Horizons. Ein atemberaubender Gedanke. Und selbst dann, selbst mit dieser fantastischen Geschwindigkeit, dauerte die Reise noch zweiundvierzig Jahre. Ein Mensch, der an Bord ginge, würde einen großen Teil seines Lebens in diesem einen Flug verbringen — nur um den nächsten Stern zu berühren. Von den unzähligen weiter entfernten wollen wir gar nicht erst sprechen.

Hier liegt also der Abgrund, an dessen Rand wir stehen. [sighs] Der Nachthimmel wirkt so nah, so einladend, als könnten wir die Sterne mit ausgestreckter Hand pflücken. Doch die Wirklichkeit ist ein Ozean aus Leere, so unermesslich, dass unsere schnellste Maschine wie ein Blatt im Wind darin verschwindet. Und genau an diesem Punkt drängt sich eine unbequeme Frage auf. Ist dieses Problem überhaupt eines, das wir mit besseren Motoren, mit mehr Treibstoff, mit mehr Ingenieurskunst jemals lösen könnten? Oder stoßen wir hier an eine Grenze ganz anderer Art — an eine Wand, die kein Antrieb der Welt durchbrechen kann?

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