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Cover: Der Autopilot in deinem Kopf: Warum wir tun, was wir tun

Sachbuch

Der Autopilot in deinem Kopf: Warum wir tun, was wir tun

Mit KI erzeugt
Psychologie & Persönlichkeitca. 35 Min.

Fast die Hälfte unseres Tages läuft auf Autopilot — und die meisten von uns ahnen es nicht einmal. Wer steuert uns wirklich, wenn wir denken, wir entscheiden selbst? Die Antwort steckt tief in einem Gehirnteil, der älter ist als jede bewusste Vernunft.

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Der Morgen, den niemand entscheidet

Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 4:05

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Tempo
Schlummer

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Zum Mitlesen: Der Morgen, den niemand entscheidet

Stell dir einen ganz gewöhnlichen Dienstagmorgen vor. Um kurz nach sieben reißt ein Wecker die Stille auf, und in einer kleinen Wohnung am Rand der Stadt schiebt sich ein Arm unter der Decke hervor und tastet nach dem Handy. Der Mann, der da langsam die Augen öffnet, heißt Markus. Er ist Mitte dreißig, die braunen Haare stehen ihm zerzaust vom Kopf, und noch bevor er auch nur einen einzigen klaren Gedanken gefasst hat, sitzt er schon aufrecht auf der Bettkante. Seine Füße finden die Pantoffeln, ohne dass er hinsehen müsste. Er tappt in die Küche, im Kapuzenpulli und in der Jogginghose, in der er auch geschlafen hat, und während sein Kopf noch irgendwo zwischen Traum und Wachsein hängt, tun seine Hände bereits, was sie jeden Morgen tun.

Die Kaffeemaschine. Der linke Schrank, zweites Fach, die blaue Tasse mit dem abgestoßenen Rand. Wasser einfüllen, Knopf drücken, das vertraute Gurgeln und Zischen. Markus denkt in diesem Moment über keinen einzigen dieser Handgriffe nach. Er denkt vielleicht daran, dass heute dieses Meeting ansteht, oder an gar nichts. Und trotzdem läuft alles wie am Schnürchen. Er putzt sich die Zähne, immer erst oben rechts, immer dieselben Bewegungen, immer gleich lang. Er zieht sich an, greift nach dem Schlüssel, der genau dort liegt, wo er immer liegt, und tritt hinaus.

Auf dem Weg zur Arbeit biegt er an der zweiten Kreuzung nach links ab, so wie jeden Tag. Er hätte auch geradeaus fahren können, es wäre ähnlich weit gewesen, aber diese Frage stellt sich für ihn gar nicht mehr. Sein Körper kennt die Strecke, seine Hände am Lenkrad, seine Füße auf den Pedalen. Und als er auf dem Parkplatz ankommt, passiert etwas Merkwürdiges, das dir sicher auch schon aufgefallen ist: Markus kann sich an die Fahrt kaum erinnern. Ampeln, Abbiegungen, andere Autos, all das hat er bewältigt, aber es ist an ihm vorbeigeglitten wie ein Film, den man mit halb geschlossenen Augen gesehen hat.

[pauses] Und hier lohnt es sich, kurz innezuhalten und eine Frage zu stellen, die banal klingt und doch verblüffend tief geht. Wenn Markus diesen ganzen Morgen bewältigt hat, ohne bewusst zu entscheiden, aufzustehen, ohne bewusst zu entscheiden, welche Tasse er nimmt, welchen Weg er fährt, welchen Zahn er zuerst putzt: Wer hat dann eigentlich all diese Entscheidungen getroffen? Denn irgendjemand oder irgendetwas muss ja gesteuert haben. Es lief ja nicht chaotisch, sondern erstaunlich geordnet, sogar effizient. Aber sein bewusstes Ich, das Ich, das wir für den Kapitän unseres Lebens halten, war die meiste Zeit gar nicht am Ruder.

Genau an dieser Stelle wird die Sache spannend. Denn was für Markus gilt, gilt für uns alle. Forscherinnen und Forscher haben versucht, das zu messen, und sind zu einem Ergebnis gekommen, das im ersten Moment fast beunruhigend wirkt. Ungefähr vierzig bis fünfundvierzig Prozent dessen, was wir an einem gewöhnlichen Tag tun, sind keine bewussten Entscheidungen. Es sind Gewohnheiten. Fast die Hälfte unseres Handelns läuft also ab, ohne dass wir wirklich darüber nachdenken, wie ein Programm, das im Hintergrund arbeitet, während wir glauben, aktiv zu steuern.

[sighs] Nimm dir das einen Augenblick lang zu Herzen. Fast die Hälfte deines Tages entscheidest nicht du im eigentlichen Sinne, sondern etwas in dir, das schneller, sparsamer und lautloser arbeitet als dein bewusster Verstand. Das ist keine Schwäche und kein Fehler. Es ist, wie wir sehen werden, eine der genialsten Erfindungen der Natur. Aber es wirft eben jene Frage auf, die uns durch diese ganze Geschichte begleiten wird: Wie viel von uns ist eigentlich Autopilot, und was bedeutet das für unsere Freiheit, unsere Vorsätze, unser ganzes Leben?

Um das zu verstehen, müssen wir dorthin reisen, wo diese unsichtbaren Programme entstehen und gespeichert werden. Wir müssen einen Blick in das Gehirn selbst werfen und herausfinden, wie aus einer mühsam gelernten Handlung ein müheloser Automatismus wird.

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