
Sachbuch
Detektiv Maxim und die goldene Kette — Das Geheimnis des Mohrenbrunnens
Mit KI erzeugtAm Mohrenbrunnen in Eisenberg wartet eine uralte Geschichte, die noch niemand ganz zu Ende erzählt hat: Eine verschwundene goldene Kette, ein unschuldig verdächtigter Diener und ein Urteil, das in letzter Sekunde alles verändern kann. Detektiv Maxim öffnet sein Notizbuch — und was er findet, hat mit Gerechtigkeit zu tun, die bis heute gilt.
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Titelsong
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Wenn man mitten auf dem Marktplatz von Eisenberg steht und die Augen schließt, hört man zuerst das Wasser. Es plätschert leise, gleichmäßig, so als hätte es alle Zeit der Welt. Genau dort stand ich an diesem Morgen, und um ehrlich zu sein, hatte ich alle Mühe, überhaupt an das Wasser zu denken. Denn auf meiner Schulter saß Nuss, mein kleines Eichhörnchen mit dem rotbraunen Fell und dem buschigen Schwanz, und Nuss hatte sich in den Kopf gesetzt, dass es unbedingt zum Wasserbecken musste. Sofort. Am besten kopfüber.
Vielleicht sollte ich mich kurz vorstellen, bevor Nuss uns beide ins Becken zieht. Ich bin Maxim, elf Jahre alt, und wenn irgendwo eine Frage in der Luft hängt, dann werde ich ganz kribbelig, bis ich sie beantwortet habe. Man erkennt mich meistens an meinem sandfarbenen Trenchcoat, den ich über einem karierten Hemd trage, an der abgewetzten Umhängetasche mit Notizbuch und Lupe, und an der kleinen runden Detektiv-Lupe, die an einer Kordel um meinen Hals baumelt. Hinter dem Ohr klemmt ein Bleistift. Mein dunkelbraunes Haar ist ein bisschen zerzaust, meistens, weil ich mir beim Nachdenken hindurchfahre, und über meine Nase verstreut sind ein paar Sommersprossen. Detektiv Maxim, so nennen mich die Leute. Und Nuss ist mein Kollege. Wobei Kollege vielleicht zu viel gesagt ist, wenn einer davon lieber Nüsse sammelt als Fragen.
„Nuss, warte", sagte ich und hielt ihn sanft am Fell fest, bevor er über meinen Arm balancieren konnte. Seine dunklen Knopfaugen glänzten. Er wollte zum Wasser, das war klar. Aber ich wollte zu etwas anderem. Ich hob den Kopf und sah nach oben, dorthin, wo der Brunnen sich zu einem steinernen Gesicht formte.
Der Mohrenbrunnen. So heißt er hier in Eisenberg seit vielen, vielen Jahren. Ein alter Brunnen mitten auf dem Markt, und ganz oben, über dem plätschernden Becken, blickt ein steinerner Kopf über den Platz. Ich war schon einmal hier gewesen, vor einer Weile, und damals hatten wir uns das Wappen der Stadt angeschaut und über ein altes Wort gesprochen: „Mohr". Ein Wort, das früher ganz selbstverständlich benutzt wurde und heute anders klingt, vorsichtiger, weil wir heute genauer hinhören, wenn es um Menschen und ihre Herkunft geht. Damals hatten wir sorgfältig erklärt, woher das Wort kommt und warum man es mit Bedacht behandeln muss.
Aber eine Frage war zurückgeblieben. Eine, die mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf ging. [pauses] Denn ein Kopf aus Stein steht ja nicht einfach so über einem Brunnen. Irgendjemand hat ihn dort hingesetzt. Irgendjemand hat entschieden: Ausgerechnet dieses Gesicht, ausgerechnet dieser Mensch soll hier verewigt werden, mitten in der Stadt, für alle Zeiten. Und da fragt sich ein Detektiv natürlich: Warum?
Wer war dieser Diener eigentlich, den man einen Mohren nannte? Woher kam er? Und vor allem – warum steht er hier in Stein, hoch über dem Markt, so als hätte er etwas Wichtiges getan oder erlebt? Menschen bauen keine Brunnen für Leute, die man einfach vergisst. Ein Brunnen ist ein Denkmal. Und hinter jedem Denkmal, das habe ich gelernt, steckt fast immer eine Geschichte.
Nuss zappelte wieder und tippte mit der Pfote gegen meine Lupe, als wollte er sagen: Na los, dann finde es doch heraus. Ich musste grinsen. „Du hast recht", sagte ich leise. „Es gibt eine Geschichte. Eine ganze, alte, geheimnisvolle Geschichte. Und wir werden sie aufklären."
Denn genau das hatte ich vor. Ich wollte wissen, ob hinter diesem steinernen Kopf eine echte Erzählung steckt – eine Sage, wie man so etwas nennt, wenn eine Geschichte über hunderte von Jahren weitergegeben wird. Und ich wusste auch schon, wen ich fragen musste. Es gibt in Eisenberg nämlich einen Mann, der solche alten Geschichten wie kein Zweiter kennt. Also klemmte ich mir den Bleistift fester hinters Ohr, setzte Nuss auf die Schulter und machte mich auf den Weg zu Opa Helmut.
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