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Cover: Paris und der Turm aus lauter Stäben

Belletristik

Paris und der Turm aus lauter Stäben

Mit KI erzeugt
AbenteuerKinderAb 6 Jahrenca. 43 Min.

Als PauPau und Math eines Morgens in den Garten kommen, sind ihre drei Füchse verschwunden — und am Tor liegt eine Postkarte vom Eiffelturm voller Pfotenabdrücke. Kurzerhand packt Dadzie einen Rucksack zu viel, und schon geht es nach Paris, der Stadt am großen Fluss, wo ein riesiges eisernes Wunder auf sie wartet.

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Titelsong

Kapitel 1 von 2 · gesamt 0:00 / 5:57

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Schlummer

Kapitel

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Zum Mitlesen: Ein ganz gewöhnlicher Morgen

Es war ein ganz gewöhnlicher Morgen. Die Sonne kletterte über den Zaun in den verwilderten Garten, wo das Gras so hoch stand, dass man darin verschwinden konnte. Tautropfen glitzerten auf den Halmen. Eine Amsel sang. Und alles war genau so, wie es jeden Morgen war — fast alles. PauPau kam als Erste aus der Tür gestürmt. Neun Jahre alt, blond, mit einem Zopf, der bei jedem Schritt hüpfte, und dem Rucksack schon auf den Schultern. Denn PauPau war immer als Erste an der Tür, immer bereit, immer schon halb im Abenteuer. Guten Morgen, Garten! Guten Morgen, Amsel! Guten Morgen, ihr drei Fü... he. Wo seid ihr denn? Hinter ihr kam Math, ihre kleine Schwester, sieben Jahre alt, blond wie PauPau, aber mit zwei Pferdeschwänzen, die links und rechts wippten. Math ging nie schnell. Math schaute erst und ging dann. Welche drei Füchse meinst du, PauPau? Na Flick, Flock und Flausch! Sie liegen doch jeden Morgen unter dem Holunderbusch und schlafen. Flick vorn, Flock in der Mitte, Flausch ganz hinten mit seinem dicken Schwanz. Aber sieh doch — der Holunderbusch ist leer! PauPau lief zum Busch und teilte die Zweige. Wirklich: kein Fuchs weit und breit. Nur drei kleine Mulden im Gras, dort, wo die drei jungen Füchse sonst zusammengerollt lagen. Warm waren die Mulden nicht mehr. Kalt vom Morgentau. Die Mulden sind kalt. Das heißt, sie sind schon lange weg. Vielleicht seit der Nacht. Weg? Die Füchse sind noch nie einfach weg gewesen! Wir müssen sie suchen, Math, sofort, komm, schnell! PauPau war schon fünf Schritte weiter, quer durchs hohe Gras, dem Gartentor entgegen. Doch dort, am Tor, blieb sie stehen. Denn am Fuß des Tores, halb im Gras versteckt, lag etwas, das nicht dorthin gehörte. Math! Hier liegt was! Eine Karte. Eine alte Postkarte. Math kam heran und hob die Karte behutsam auf. Sie war ein wenig knittrig, mit weichen Ecken, und auf der Vorderseite war ein hoher, spitzer Turm zu sehen, ganz aus Eisen, wie aus lauter Stäben gebaut. Die kenne ich. Die ist von Papa. Er hat sie mal von einer Reise mitgebracht. Das ist der Eiffelturm, hat er gesagt. Der steht in Paris. Aber warum liegt Papas Postkarte hier draußen am Tor? Die war doch drinnen, an der Pinnwand in der Küche! Math drehte die Karte um. Und da stockte beiden der Atem. Denn quer über die Rückseite, wo sonst ein Gruß und eine Briefmarke sind, liefen kleine, staubige Abdrücke. Pfotenabdrücke. Nicht ein paar wahllose — nein, drei ordentliche Reihen. Sieh nur, PauPau. Drei Reihen Pfoten. Eine, zwei, drei. Untereinander. Drei Reihen! Das sind sie! Flick, Flock und Flausch! Sie sind über die Karte gelaufen! Also los, hinterher, komm schon, ich renne vor und du... Warte. Warte einen Moment, PauPau. Die Karte liegt falsch herum. Falsch herum? Eine Pfote ist eine Pfote, egal wie herum. Aber Math ließ sich nicht drängen. Sie drehte die Postkarte langsam, ganz langsam, bis der Turm oben spitz und unten breit stand, genau richtig, so wie er in echt in den Himmel ragt. Und plötzlich sah alles anders aus. So. Jetzt steht der Turm richtig. Und jetzt schau dir die Pfoten an. Sie laufen nicht kreuz und quer. Sie laufen von unten nach oben. Immer dem Turm entgegen. Von unten... nach oben... zum Turm hin. Als ob sie zeigen: Da müsst ihr hin! Genau. Das ist kein Zufall, PauPau. Drei Füchse, drei Reihen Pfoten, alle in dieselbe Richtung, auf eine Karte von Papas Reise. Das ist keine Kleckerei. Das ist eine Botschaft. Für einen Augenblick war es ganz still im Garten. Nur die Amsel sang weiter, als wüsste sie ein Geheimnis, das sie nicht verraten wollte. PauPau und Math sahen einander an, und in beiden Augen glänzte dasselbe. Sie wollen, dass wir ihnen folgen. Nach Paris. Zu diesem Turm aus lauter Stäben. Vielleicht. Aber sicher wissen wir es erst, wenn wir es Papa zeigen. Und wenn wir uns genau merken, was hier steht. Warte, ich präge es mir ein: drei Reihen, von unten nach oben, zum Turm. Dann nichts wie rein! Papa muss das sehen! Papa! Paaaapa! Wir haben eine Botschaft, und du musst die Koffer packen! Und schon rannte PauPau durchs hohe Gras zurück zum Haus, die Postkarte in Maths vorsichtiger Hand, das Herz voller Fragen. Ein ganz gewöhnlicher Morgen war es gewesen. Bis eben. Denn hinter der Küchentür wartete jemand, der zu jedem Abenteuer ja sagte — und der schon nach dem größten Koffer griff.

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