
Krimi
Der Fall des verschwundenen Eherings
Mit KI erzeugtAls Schwester Gloria nach ihrem Morgenbad an den Holzsteg des Waldbads Wolfersdorf zurückkehrt, ist ihr geliebter Ehering spurlos verschwunden. Benedikt, Louis, Alex und der freche Affe Ronny nehmen die Ermittlungen auf – und je mehr Verdächtige sie befragen, desto verwirrender wird der Fall. Wem kann man in einem kleinen Thüringer Freibad noch trauen, wenn plötzlich alle etwas zu verbergen haben?
Kostenlos reinhören: Letzter Badetag im Waldbad
Titelsong
Kapitel 1 von 2 · gesamt 0:00 / 5:22
Kapitel
So geht die Geschichte weiter …
Noch ca. 36 Minuten warten auf dich. Registrier dich kostenlos und hör diese und alle anderen Geschichten in voller Länge — ohne Abo, ohne Kreditkarte.
Kostenlos registrieren & weiterhörenZum Mitlesen: Letzter Badetag im Waldbad
Es gibt diese Tage im September, an denen die Sonne noch einmal alles vergoldet, als wollte sie sich für den langen Winter entschuldigen. Genau so ein Tag war es, als wir vier mit unseren Fahrrädern den Waldweg nach Wolfersdorf hinunterrollten. Die Räder knirschten über die kleinen Steinchen, das Licht fiel in goldenen Streifen durch die Buchen, und ich, Benedikt, hatte meine Kamera um den Hals hängen wie immer.
Vorneweg fuhr Louis, der beste Fußballer von ganz Rothenstein. Er stand auf den Pedalen, ließ sein Vorderrad ein Stück durch die Luft tanzen und rief über die Schulter: „Wer als Letzter am Steg ist, kauft eine Runde Brause!" Louis konnte einfach nicht still sitzen, weder auf dem Rad noch sonst irgendwo.
Hinter mir keuchte Alex. Er hatte sein Werkzeug-Etui im Gepäckkorb, ordentlich verschnürt, denn man wusste ja nie, wann man eine Schraube oder eine Lupe brauchte. „Langsamer, Louis!", rief er. „Wenn du in den Graben fliegst, klebe ich dich auch nicht wieder zusammen!"
Und dann war da natürlich Ronny. Unser Affe saß bei mir im Anhänger, eingewickelt in sein viel zu großes rot-weißes Fußballtrikot, das ihm bis über die Knie hing. Er hielt sich mit beiden Pfoten am Rand fest und zog bei jeder Bodenwelle ein Gesicht, als wäre er der König auf einer wackeligen Kutsche.
Dann öffnete sich der Wald, und vor uns lag das Waldbad Wolfersdorf. Ich hielt kurz an und hob die Kamera. Klick. Das alte Naturschwimmbad sah aus wie aus einer anderen Zeit. Hohe Bäume standen rundherum wie freundliche Wächter. Das Wasser glitzerte grün und golden, und über die Oberfläche zogen sich tausend kleine Lichtpunkte, als hätte jemand Sterne hineingestreut. Klick. Die langen Holzstege ragten in das Becken hinaus, das Holz war von der Sonne grau gebleicht und an manchen Stellen glatt poliert von vielen nassen Füßen.
„Komm schon, Foto-Benne!", rief Louis und lehnte sein Rad an den Zaun. „Das Wasser läuft dir nicht weg."
Aber ich konnte nicht anders. Ich knipste die Reihe der rostigen Spinde, deren grüne Türen halb offen standen. Ich knipste das alte Umkleidehäuschen aus den siebziger Jahren mit seinem verblichenen Schild. Und ich knipste den Steg, auf dem die Sonne so hell lag, dass das Holz fast weiß leuchtete. [pauses] Ich wusste damals nicht, wie wichtig diese Bilder noch werden würden. Aber ein guter Fotograf knipst eben alles, sagte mein Opa immer, und mein Gedächtnis behält den Rest.
Wir schlossen unsere Räder ab und liefen über den warmen Beton zum Becken. Da winkte uns jemand zu. Es war Schwester Gloria, die in einem Liegestuhl am Steg saß, mit einem hellblauen Badetuch und einem Strohhut, unter dem ihre kurzen, braunen Locken hervorlugten. Sie war Krankenschwester im Dorf, und einmal, als ich vom Rad gestürzt war, hatte sie mir das aufgeschürfte Knie verbunden, so vorsichtig, dass es kaum wehtat.
„Na, ihr vier", rief sie lachend, „und der fünfte im Trikot natürlich auch! Genießt ihr den letzten warmen Tag?"
„Den allerletzten!", sagte Louis ernst. „Danach kommt nur noch Pudding und Hausaufgaben."
Gloria lachte und drehte dabei einen schmalen goldenen Ring an ihrer Hand. „Seht ihr den hier?", sagte sie und hielt die Hand ins Licht, sodass der Ring kurz aufblitzte. „Mein Ehering. Den trage ich seit fünfundzwanzig Jahren, jeden einzigen Tag. Beim Schwimmen lege ich ihn immer ganz vorsichtig neben mein Handtuch, sonst wird er mir im kühlen Wasser zu locker und rutscht vom Finger."
„Ist bestimmt sehr wertvoll", sagte Alex höflich.
„Nicht wegen des Goldes", antwortete Gloria und lächelte. „Sondern wegen der Erinnerung."
Dann stand sie auf, legte ihren Hut beiseite und ging zum Wasser. Ich knipste noch ein letztes Bild vom glitzernden Steg, an dem ihr Handtuch lag. Klick. [sighs] Niemand von uns ahnte, dass dieser ganz normale Spätsommertag gleich der Beginn unseres ersten echten Falles werden würde.
… weiterlesen und weiterhören nach der kostenlosen Registrierung.
Oder erschaffe deine eigene Geschichte
Wie „Der Fall des verschwundenen Eherings“, nur ganz nach deinem Geschmack — du sagst, worauf du Lust hast, den Rest machen wir.