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Cover: Chrome Games, Folge 3: Wolfenstein 3D — Wie ein einzelner Strahl die dritte Dimension erfand

Sachbuch

Chrome Games, Folge 3: Wolfenstein 3D — Wie ein einzelner Strahl die dritte Dimension erfand

Mit KI erzeugt
Technik & Zukunftca. 34 Min.

Am 5. Mai 1992 lief ein gewöhnlicher DOS-PC plötzlich durch echte Korridore — zumindest schien es so. Wie konnte ein winziges Team aus vier Leuten etwas erschaffen, das die Hardware eigentlich gar nicht hergab? Und was hat ein simpler mathematischer Trick damit zu tun, dass heute Millionen Menschen Ego-Shooter spielen?

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Titelsong

Kapitel 1 von 2 · gesamt 0:00 / 4:37

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Kapitel

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Zum Mitlesen: Der Korridor, der es nicht geben durfte

Ich hab hier gerade so eine alte Fünfeinviertel-Zoll-Diskette in der Hand, ganz zerkratzt, und ich schwöre euch, allein der Anblick versetzt mich zurück. Mai neunzehnhundertzweiundneunzig. Der fünfte Mai, um genau zu sein. Und ich stell euch mal eine Frage, über die ich in den letzten Wochen echt gestolpert bin: Wie zum Teufel konnte man damals, auf einem ganz normalen DOS-PC, plötzlich durch einen Gang laufen? Nicht draufschauen. Durchlaufen.

Oh Mann, ich weiß noch genau, wie das war. Ich saß bei einem Kumpel im Keller, wir hatten so einen beigen Kasten, der Röhrenmonitor hat gebrummt, und dann diese erste Tür. Du drückst die Pfeiltaste, und die Wand kommt auf dich zu. Sie wird größer. Ich hab wirklich, ganz ehrlich, kurz den Atem angehalten.

Genau das meine ich. Die Wand kommt näher.

Ich dachte, der Computer kann das gar nicht. Das ist doch Zauberei.

Und genau da würde ich schon mal einhaken, Donny. Zauberei ist ein schönes Wort für ein Lagerfeuer, aber wir machen hier einen Wissens-Podcast. Ich hab in der Vorbereitung so viele Legenden gelesen über dieses Spiel, dass mir schwindelig wurde. Das Erste, was ich sagen würde: Vorsicht bei jedem Satz, der mit „das war die erste echte dreidimensionale Grafik“ anfängt.

[laughs] Du hast noch gar nicht angefangen und haust schon den ersten Mythos um.

Ich sag ja nur, halten wir die Begriffe sauber. Es fühlte sich dreidimensional an. Ob es das war, das ist eine ganz andere Geschichte.

Und weißt du, was das Ganze noch verrückter macht, Maude? Die Maschine, auf der das lief. Wir reden hier nicht von Hochleistungsrechnern. Wir reden von einem Prozessor, der nach heutigen Maßstäben lächerlich langsam war. Ein paar Megahertz. Arbeitsspeicher, den du heute in einem einzelnen Foto überschreitest.

Warte, noch mal von vorn. So schwach war das?

So schwach. Diese Kisten waren gebaut, um Tabellen zu rechnen und Textverarbeitung zu machen. Buchstaben auf grünem Grund. Und dann kommt da jemand und lässt dich damit durch einen Korridor rennen, in Echtzeit, flüssig, während vorne ein Gegner auftaucht.

Das ist der Punkt, der mich seit Wochen nicht loslässt. Es ergibt eigentlich keinen Sinn. Die Hardware konnte das nicht. Auf dem Papier war das unmöglich.

„Auf dem Papier unmöglich“ ist übrigens ein Satz, den ich gelten lasse. Das ist nicht übertrieben. Die schiere Rechenleistung war einfach nicht da.

Eben. Wenn du einem Ingenieur von damals gesagt hättest, „bau mir begehbare Räume auf dieser Maschine“, hätte der dich ausgelacht und gesagt, dafür brauchst du eine Grafik-Workstation für den Preis eines Kleinwagens.

Und trotzdem lief es bei mir im Keller. Auf so einem Ding, das mein Kumpels Vater zum Steuermachen hatte. [laughs softly]

Und genau das ist das Rätsel dieser Folge, Freunde. Nicht ob es toll aussah. Es sah für die Zeit unglaublich aus. Sondern: Wie? Wie kriegt man aus einer Maschine, die Buchstaben rechnet, das Gefühl, in einem Raum zu stehen? Was ist der Trick?

Und ich betone das Wort Trick. Denn so viel kann ich schon verraten, ohne zu spoilern: Es war ein Trick. Ein wunderschöner, cleverer Trick.

Ein Trick, ja. Aber einer, den erst mal jemand haben muss. Da saß ein sehr kleines Team, ein paar Leute, und einer davon hat sich hingesetzt und etwas gebaut, das die ganze Branche umgekrempelt hat.

[exhales] Genau da wollen wir hin. Ein winziges Studio, vier Leute, eine schwache Maschine — und am Ende ein ganzes neues Genre.

Vier Leute? Nur vier?

Nur vier. Und das ist noch nicht mal der überraschendste Teil. Wer waren diese Leute, unter welchen Bedingungen haben die gearbeitet — und wie kam einer von ihnen überhaupt auf diese Idee? Genau da machen wir gleich weiter.

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