
Belletristik
Kraftman — Das Erwachen von Hammon
Mit KI erzeugtOli ist nur ein Schmiedjunge auf der schwebenden Insel Eisenfels — bis das uralte Sternenherz Hammon ihn ruft und er sich in den legendären Kämpfer Kraftman verwandelt. Gemeinsam mit der verwegenen Ätherseglerin Lyra muss er die Splitterwelten vor dem Schattenfürsten Vorn retten, ehe das Licht der Sterne für immer erlischt. Doch die größte Prüfung wartet nicht im Kampf — sondern tief in seinem eigenen Herzen.
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Funken in der Schmiede
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Hoch über dem Sternenmeer, am äußersten Rand der Splitterwelten, schwebte eine kleine, kantige Insel namens Eisenfels. Sie war kaum größer als ein Dorf, ein Felsbrocken aus schwarzem Gestein und rotem Erz, der seit unzähligen Zeitaltern durch den Äther trieb. Und in ihrem Herzen, in einer Schmiede aus Stein und rußigem Eisen, brannte ein Feuer, das niemals erlosch. Über dieses Feuer gebeugt stand ein Junge. Oli war kaum siebzehn Sommer alt, schmal in den Schultern, mit strubbeligem braunem Haar, das ihm verschwitzt in die Stirn fiel, und einer rußverschmierten Schürze aus altem Leder. Seine Hände waren rau von der Arbeit, doch in seinen Augen lag etwas Sanftes, beinahe Träumerisches, als gehörte er eigentlich nicht hierher, sondern weit hinaus zwischen die Sterne. [exhales] Noch drei Schläge, dann bist du fertig. Komm schon, du sturer Brocken. Werd endlich eine anständige Sense und kein verbogener Haken. Dampf stieg zischend auf, als Oli die glühende Klinge ins Wasser tauchte. Er hob sie ans Licht, drehte sie prüfend und nickte zufrieden. Es war kein prächtiges Werk, keine Heldenwaffe aus den alten Sagen. Es war nur eine Sense für den alten Bauern Tobbel, der seine Pilzfelder am Westhang abernten wollte. Doch Oli betrachtete sie, als hätte er einen Stern geschmiedet. So. Gerade wie ein Sonnenstrahl. Vater hätte das gefallen. Er sprach oft mit seinem Vater, obwohl der schon vor drei Wintern in den Äther gesegelt und nie zurückgekehrt war. Es tröstete ihn, die Werkzeuge an die Wand zu hängen, wie der Vater es getan hatte, und das Feuer zu schüren, wie der Vater es gelehrt hatte. Eisenfels war eine ruhige Welt. Hier kannte jeder jeden, hier geschah selten etwas, das ein Herz schneller schlagen ließ. Und genau so mochte Oli es. Ein warmes Feuer, ein voller Bauch und keine Sorgen größer als eine krumme Sense. Mehr braucht ein Mensch doch nicht, oder? Er trat hinaus vor die Schmiede, um den Schweiß von der Stirn zu wischen, und blickte hinauf in den Nachthimmel. Dort, weit draußen über dem Sternenmeer, glühte seit jeher ein einziges, riesiges Licht. Die Alten nannten es das Sternenherz Hammon. Es war das warme, goldene Leuchten, das alle Splitterwelten am Leben hielt, das die Inseln im Äther schweben ließ und die Wälder grünen. Solange Hammon leuchtete, hatte niemand etwas zu fürchten. Guten Abend, altes Licht. Hast du gut auf uns aufgepasst heute? Es war ein Spiel, das er seit Kindertagen spielte. Jeden Abend grüßte er das ferne Leuchten, als wäre es ein alter Freund. Doch in dieser Nacht antwortete der Himmel nicht mit ruhigem Schein. Denn am Rand der Dunkelheit, dort wo die Sterne dünn wurden, kroch etwas heran. Eine Wand aus zuckendem, fahlem Licht, durchzogen von violetten Blitzen, lautlos und falsch, wie ein Gewitter, das keinen Donner kennt. Was... was ist das denn? So ein Sturm... so etwas habe ich noch nie gesehen. Der Lichtsturm wälzte sich heran, und mit jedem Atemzug fraß er sich ein Stück näher an das goldene Herz Hammons heran. Und dann geschah, was Oli für unmöglich gehalten hatte. Das ewige Leuchten, das seit Anbeginn der Zeit ruhig und stetig gebrannt hatte, begann zu flackern. Es zuckte, wurde matt, flammte verzweifelt auf und sank wieder in sich zusammen, wie eine Kerze im Zugwind. [breathes] Nein. Nein, nein, das kann nicht sein. Hammon flackert nicht. Hammon flackert niemals! Ein Frösteln lief über die Insel. Der Wind, der sonst warm und vertraut über die Felsen strich, wurde mit einem Mal kalt und scharf. In den Häusern von Eisenfels gingen die Lichter an, Stimmen riefen erschrocken durcheinander, und irgendwo schlug ein loses Tor klappernd gegen die Wand. Oli aber stand wie angewurzelt, die fertige Sense noch in der Hand, und konnte den Blick nicht von dem sterbenden Stern lösen. Irgendjemand muss doch etwas tun. Die Ratsleute, die Ätherwächter... irgendwer. Warum kommt denn keiner? Doch niemand kam. Denn die Wächter waren weit fort, und der Rat war alt und schwach. Auf Eisenfels gab es nur Bauern, Fischer des Äthers und einen Schmiedjungen, der sich nach einem ruhigen Leben sehnte. Oli spürte, wie sein Herz hämmerte, schneller als jeder Schlag auf dem Amboss. [whispers] Oli... Der Junge fuhr herum. Es war nur ein Hauch gewesen, kaum lauter als das Knistern der Esse, und doch hatte es seinen Namen getragen. Eine Stimme, tief und uralt, hallend, als käme sie aus dem Innersten der Sterne selbst. Wer... wer ist da? Hat da jemand gesprochen? Ich habe doch ganz deutlich... das war meine eigene Stimme nicht. Hinter ihm in der Schmiede begann das Feuer der Esse zu leuchten. Nicht rot und nicht orange, wie es ein gewöhnliches Feuer tut, sondern golden, in genau jenem warmen Schein, der draußen am Himmel gerade erlosch. Oli wandte sich langsam um, das Licht spiegelte sich in seinen weit aufgerissenen Augen, und ein Schauer aus Furcht und Staunen rann ihm den Rücken hinab. Das Feuer... es ruft mich. Bei allen Sternen, das Feuer ruft mich beim Namen. Und so trat Oli, der bescheidene Schmiedjunge, der sich nichts sehnlicher gewünscht hatte als ein stilles Leben, langsam auf das goldene Feuer zu. Er wusste noch nicht, dass dieser Schritt alles verändern würde. Dass die Nacht von Eisenfels die letzte ruhige Nacht seines alten Lebens war. Und dass das Herz der Welt soeben begonnen hatte, nach einem Helden zu rufen, der noch gar nicht wusste, dass er einer war.
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