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Cover: Detective Pau und das Geheimnis des stillen Bienenstocks

Belletristik

Detective Pau und das Geheimnis des stillen Bienenstocks

Mit KI erzeugt
MysteryKinderAb 6 Jahrenca. 69 Min.

Ein Bienenstock im Schulgarten summt nicht mehr – und er steht auch nicht mehr an seinem Platz! Die neunjährige Detective Pau schnappt sich ihr grünes Notizbuch, ihre Lupe und Katze Luna, um zwei rätselhafte Spuren zu verfolgen: tiefe Abdrücke im Boden und eine klebrige Fährte am Zaun. Wird sie das Geheimnis lösen, bevor die Sonne untergeht?

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Titelsong

Kapitel 1 von 2 · gesamt 0:00 / 7:35

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Tempo
Schlummer

Kapitel

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Zum Mitlesen: Ein Stock ohne Summen

Montagmorgen. Die Sonne liegt warm auf dem Schulgarten, als hätte jemand eine gelbe Decke über das Gras gelegt. Es riecht nach Apfelblüte und nach warmem Holz. Und mitten durch diesen Morgen fährt ein Fahrrad. Auf dem Gepäckträger sitzt Pauline. Sie ist neun Jahre alt, hat blondes Haar zu einem geflochtenen Zopf, wache helle Augen und Turnschuhe, die im Takt gegen das Rad baumeln. In ihrer Jackentasche steckt ein grünes Notizbuch. Über der Schulter hängt eine große Lupe an einem Band. Vorne im Fahrradkorb aber sitzt jemand, der noch wichtiger ist. Luna. Eine schwarze Katze mit weißen Pfötchen, als hätte sie in einen Topf Milch gegriffen. Auf ihrem Kopf sitzt ein kleiner runder Hut, wie immer ein bisschen schief. Luna fährt gern im Korb. Sie hält die Nase in den Wind und blinzelt. Festhalten, Pauline. Gleich kommt die Kurve am Zaun. Ich halte mich fest, Papa. Luna hält sich auch fest. Mit allen vier Pfoten. Gut. Denn eine Katze, die aus dem Korb fällt, ist vor dem Frühstück wirklich zu viel. Papa lacht leise. Er hat dunkelblondes, leicht zerzaustes Haar und einen Dreitagebart, sein blaues Hemd hat er an den Ärmeln hochgekrempelt. Er bremst vor dem niedrigen Holzzaun. Und dann geschieht etwas, das Pauline sofort merkt. Papa. Halt mal ganz still. Ich halte still. Warum? Hörst du das? Ich höre Vögel. Ich höre den Wind. Ich höre die Bienen. Genau. Aber du hörst sie nur an zwei Stellen. Nicht an drei. Im Schulgarten stehen drei Bienenstöcke. Sie stehen dort, seit Pauline denken kann. Jeden Morgen summen alle drei. Das Summen ist so normal wie das Klingeln der Schulglocke. Doch heute summt der linke Stock. Und der rechte Stock summt. Der mittlere ist still. Stimmt. Der in der Mitte sagt gar nichts. Und er steht falsch. Falsch? Wie kann ein Bienenstock falsch stehen? Er steht nicht da, wo er gestern stand. Schau doch, Papa. Da unter dem Apfelbaum ist ein Fleck im Gras. Hell und platt gedrückt. Genau so groß wie der Stock. Und der Stock selbst steht ein ganzes Stück weiter drüben, vorne an der Sonnenmauer. Luna springt aus dem Fahrradkorb. Sie landet weich im Gras, richtet mit einer Pfote ihren kleinen runden Hut und trabt los, die Schwanzspitze hoch wie eine Fahne. Pauline steigt ab. Der Kies knirscht unter ihren Turnschuhen. Am Zaun stehen schon andere Kinder. Sie zeigen auf den stillen Stock und reden durcheinander, und das klingt fast selbst wie ein Bienenvolk. Einer sagt, der Stock sei weggelaufen. Ein anderer sagt, Bienenstöcke können nicht laufen. Ein dritter sagt, vielleicht schlafen die Bienen noch. Bienen schlafen nicht bis halb acht. Bienen sind morgens die Ersten. Das hat Frau Imke uns hundertmal erzählt. Da hat sie recht. Und Stöcke laufen wirklich nicht. Ich habe noch nie einen laufen sehen. Eben. Also hat jemand ihn getragen. [laughs softly] Das klingt schon wieder nach einem Fall. Das ist ein Fall, Papa. Pauline geht langsam zu der hellen, platt gedrückten Stelle unter dem Apfelbaum. Das Gras dort ist blass und flach, als hätte es lange keine Sonne gesehen. Sie legt die Hand darauf. Es ist kühl. Rundherum ist das Gras grün und warm. Hier stand er. Ganz sicher. Das Gras erinnert sich. Das Gras erinnert sich. Den Satz merke ich mir. Dann geht Pauline hinüber zur Sonnenmauer, wo der Stock jetzt steht. Der Boden ist dort weich und dunkel, weil gestern die Kinder gegossen haben. Der Stock steht gerade. Er steht ordentlich. Er sieht aus, als hätte ihn jemand vorsichtig abgestellt. Papa. Das ist das Seltsamste von allem. Was denn? Er ist nicht umgefallen. Er ist nicht kaputt. Er steht genau gerade. Wer etwas kaputt machen will, stellt es nicht ordentlich hin. Hm. Das stimmt sogar. Luna ist inzwischen dreimal um den Stock herumgegangen. Jetzt setzt sie sich davor, legt den Kopf schief und schaut Pauline an. Miau? Was heißt Miau, Luna? Luna antwortet nicht mit Worten. Katzen antworten nie mit Worten. Sie blinzelt nur einmal ganz langsam. Bei Luna heißt das: Schau genauer hin. Sollen wir Frau Imke holen? Die Imkerin weiß bestimmt, was mit einem stillen Stock los ist. Gleich. Zuerst sehe ich mir alles an, bevor jemand darauf tritt. Spuren sind wie Schneeflocken, Papa. Man muss sie anschauen, solange sie noch da sind. Pauline greift in die Jackentasche und zieht das grüne Notizbuch heraus. Sie klappt es auf. Die erste Seite ist noch leer. Sie leckt den Bleistift an, wie es Detektive in Büchern tun, und schreibt oben ganz langsam ein Wort. Dann noch eins. Dann ein Datum. Neuer Fall. Der stille Bienenstock. Montagmorgen, Schulgarten. Zwei Stöcke summen. Einer schweigt. Und er ist umgezogen, ohne es jemandem zu sagen. Und wer ermittelt in diesem Fall? Pauline richtet sich auf. Sie schiebt das Band der großen Lupe zurecht. Ihr Zopf wippt. Und ihre Stimme wird ein kleines bisschen fester als sonst. Detective Pau. Mit Assistentin Luna. Dann gute Arbeit, Detective Pau. Ich stelle das Fahrrad ab und warte am Tor. Danke. Und, Papa? Tritt bitte nicht auf den weichen Boden an der Sonnenmauer. Ich trete auf gar nichts. Ich stehe hier und bin sehr, sehr vorsichtig. Pauline kniet sich ins Gras. Über ihr summt es links. Über ihr summt es rechts. In der Mitte ist nur Wind. Und als sie die Lupe hebt und auf den weichen, dunklen Boden schaut, sieht sie etwas, das sie vorher nicht gesehen hat. Vier Abdrücke. Tief, gleichmäßig, nebeneinander. Als hätte jemand etwas Schweres abgesetzt und kurz verschnauft. Oh. Luna. Schau dir das an. Luna kommt näher. Ihr kleiner runder Hut rutscht dabei noch ein Stück schiefer. Und im Schulgarten beginnt an diesem warmen Montagmorgen ein Fall, der ganz anders ausgeht, als alle denken.

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