LauschstundeKostenlos anmelden
Cover: Zwischen zwei Zimtsternen

Belletristik

Zwischen zwei Zimtsternen

Mit KI erzeugt
Romanzeca. 33 Min.

Marlene und Jonas haben auf dem Weihnachtsmarkt von Lindenau nichts gemeinsam — außer benachbarten Buden, scharfen Zungen und einem unverfroren diebischen Hund namens Pfeffer. Als ein Wintersturm alles durcheinanderwirbelt und sie sich plötzlich einen einzigen Stand teilen müssen, wird aus Schlagabtausch und Zimtduft etwas, das keiner von beiden geplant hat.

Kostenlos reinhören: Zimt gegen Glühwein

Zimt gegen Glühwein

Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 4:12

0:004:12
Tempo
Schlummer

So geht die Geschichte weiter …

Noch ca. 29 Minuten warten auf dich. Registrier dich kostenlos und hör diese und alle anderen Geschichten in voller Länge — ohne Abo, ohne Kreditkarte.

Kostenlos registrieren & weiterhören

Zum Mitlesen: Zimt gegen Glühwein

Der erste Schnee des Advents fiel leise über Lindenau, als hätte jemand über den Dächern ein weiches Federbett ausgeschüttelt. Auf dem Marktplatz drängten sich die Holzbuden dicht an dicht um die alte Tanne in der Mitte, deren Zweige unter zahllosen Lichtern glühten. Es roch nach Harz, nach Feuer und nach etwas Süßem, das den Menschen die Kälte aus den Gesichtern zauberte.

Marlene Vogt stand hinter ihrem Stand und rührte in der großen kupfernen Pfanne, in der die Mandeln knisternd im Zucker tanzten. Ihre kupferroten Haare hatte sie zu einem lockeren Zopf geflochten, der ihr über die Schulter fiel, und auf dem Kopf saß eine dunkelgrüne Wollmütze mit einem dicken Bommel. Über der cremefarbenen Strickjacke trug sie ihre rote Schürze, längst mit Mehl bestäubt, denn seit dem Morgen hatte sie Zimtsterne gebacken, bis die Bleche sich bogen. Zu ihren Füßen, in einem Körbchen mit einer alten Decke, döste Pfeffer, ihr rotbrauner Zwergspitz, das karierte rote Halstuch keck um den Hals.

„Ein Prachtabend für gebrannte Mandeln", murmelte sie zufrieden und warf einen prüfenden Blick über die Menge.

Doch dann geschah etwas, das ihre Zufriedenheit ins Wanken brachte. Direkt neben ihr, keine drei Schritte entfernt, schob ein Mann die Klappe seines Standes hoch und ließ eine Wolke aus Dampf und Gewürzduft in den Abend steigen. Er war groß, vielleicht Anfang vierzig, mit dunkelbraunem, welligem Haar, an den Schläfen schon leicht ergraut. Ein kurzer Dreitagebart zierte sein gebräuntes Gesicht, und über dem dunkelblauen Wollmantel lag ein grauer Schal. An einem großen Kessel rührte er mit fingerlosen Lederhandschuhen, und über seinem Kopf prangte ein Schild: Reinhardts handgeschöpfter Glühwein.

„Sie sind also der Neue", sagte Marlene und hob eine Augenbraue.

„Neu?" Er lachte kurz. „Mein Vater stand hier, als Sie noch Zimtsterne mit Ausstechförmchen zerdrückt haben. Jonas Reinhardt. Und ich fürchte, Ihr Zuckergeruch klebt schon an meinem ganzen Glühwein."

„Mein Zuckergeruch", entgegnete sie süß, „ist der Grund, warum die Leute überhaupt hierherkommen. Ihr Punsch ist bloß die Ausrede, sich danach die Zunge zu verbrennen."

Jonas legte den Kopf schief. „Sagt die Frau, deren Mandeln so laut in der Pfanne rascheln, dass man das eigene Wort nicht versteht."

„Dann reden Sie eben leiser."

„Dann rösten Sie eben leiser."

Ein paar Passanten blieben grinsend stehen, spürten wohl, dass hier weniger verkauft als gefochten wurde. Marlene schob mit dem Stiefel demonstrativ ihre Kiste einen Fingerbreit über die unsichtbare Grenze zwischen den Ständen. Jonas rückte, ohne den Blick von ihr zu nehmen, seinen Kessel genau denselben Fingerbreit zurück.

„Der Platz hier", sagte sie, „gehört seit dreißig Jahren meiner Familie."

„Und die Steckdose gehört seit heute Abend mir", erwiderte er und zog seelenruhig den Stecker ihrer Lichterkette, um seinen eigenen einzustöpseln.

Marlene öffnete den Mund zu einer geharnischten Antwort — doch in diesem Moment hob das ganze Umfeld zu einem überraschten Lachen an. Denn während die beiden sich Wort um Wort belauert hatten, war Pfeffer aus seinem Körbchen geklettert. Auf leisen Pfoten hatte er sich an den Tresen geschlichen, einen dampfenden Zimtstern vom Rand des Blechs stibitzt und trug ihn nun mit erhobenem Schnäuzchen wie eine Trophäe quer über den Platz. Sein flauschiger Schwanz wippte, das rote Halstuch flatterte, und eine Kinderschar rannte jauchzend hinterher.

„Pfeffer!", rief Marlene und griff ins Leere.

Jonas jedoch lachte, ein echtes, warmes Lachen, das für einen winzigen Augenblick alle Sticheleien vergaß. „Der Hund hat Geschmack", sagte er. „Mehr, als ich Ihrem Gebäck zugetraut hätte."

Marlene wollte empört sein. Wirklich, das wollte sie. Doch als ihr Blick den seinen streifte und Pfeffer stolz mit dem geraubten Stern zurückgetrottet kam, spürte sie etwas Ungewohntes durch die Kälte flimmern — etwas, das sie sofort für Ärger erklärte. [sighs]

Über der Tanne funkelten die Lichter, der Duft von Zimt und Glühwein vermischte sich unmerklich in der Nachtluft, und keiner der beiden ahnte, dass der Himmel über Lindenau schon andere Pläne mit ihnen schmiedete.

… weiterlesen und weiterhören nach der kostenlosen Registrierung.

Oder erschaffe deine eigene Geschichte

Wie „Zwischen zwei Zimtsternen“, nur ganz nach deinem Geschmack — du sagst, worauf du Lust hast, den Rest machen wir.

Jetzt erstellen